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Lage, Ursache und Hilfe
Geschwollene Lymphknoten – Was tun?

Lymphknoten geschwollen

Lymphknoten geschwollen – was tun?
Foto: Image Point Fr | Shutterstock

Geschwollene Lymphknoten erschrecken viele betroffene Patienten. Schnell kreisen die Gedanken um Krebs und andere ernsthafte Diagnosen wie AIDS/HIV. Dabei sind die meisten Lymphknotenschwellungen harmlos.

ICD-10: R59 Lymphknotenvergrößerung
Ärztliche Anlaufstellen: Hausarzt, Allgemeinmediziner

Lesezeit: 5 Minuten

Geschwollene Lymphknoten gehören zu den häufigsten Begleiterscheinungen bei Bakterien- und Viruserkrankungen. Am deutlichsten spürbar ist dabei ein Lymphknotenpaar am Hals, das meist im Rahmen der ärztlichen Untersuchung ertastet wird. Einige Patienten bemerken die Schwellung kaum, andere wiederum erleben sie als schmerzhaft und spüren vor allem am Hals die Auswirkungen der Erkältung.

Wann kommt es zu geschwollenen Lymphknoten?

Der Körper reagiert durch das Anschwellen verschiedener Bereiche des Körpers auf unerwünschte Eindringlinge. So auch im Fall der Lymphknoten: Bakterien, Viren und andere Krankheitserreger befallen schnell das lymphatische System des Menschen und gelangen auf diese Weise in die verschiedenen Lymphknoten.

Diese wehren die Krankheitserreger ab, indem sie anschwellen und ihre Temperatur erhöhen. Dazu kann es bereits bei der gewöhnlichen Erkältung, dem grippalen Infekt kommen.

Auch bei der echten Grippe schwellen häufig die Lymphknoten an. Das Symptom begleitet aber auch schwerwiegende Erkrankungen. Eine HIV-Infektion beginnt etwa mit erkältungsähnlichen Symptomen, zu denen auch geschwollene Lymphknoten gehören.

Fazit: Es handelt sich also um ein sehr unspezifisches Symptom, das in den meisten Fällen darauf hinweist, dass eine Infektion vorliegt.

Was tun gegen geschwollene Lymphknoten?

Letztlich verschwinden geschwollene Lymphknoten mit der Grunderkrankung. Möchte man das Abschwellen der Lymphknoten beschleunigen, sollte man sich der zugrunde liegenden Entzündung widmen. So können abschwellende, entzündungshemmende Salben oder Medikamente helfen.

Auch eine Unterstützung des Immunsystems, durch vitaminreiche Ernährung, Ruhe und Schonung beschleunigen den Heilungsprozess.

Es gilt aber zu bedenken, dass die Lymphknotenschwellung noch einige Zeit nach Abklingen der Grunderkrankung anhalten kann.

Wann sind geschwollene Lymphknoten ein Fall für den Arzt?

Geschwollene Lymphknoten sollten immer dann vom Arzt untersucht werden, wenn es keine klar erkennbare Ursache für die Schwellung gibt.

Auch bei vermeintlich klar erkennbarer Ursache sollte dann der Arzt aufgesucht werden, wenn die Schwellung länger als 2-3 Wochen anhält.

Typische Körperstellen für Lymphknotenschwellungen

Lage der Lymphknoten im menschlichen Körper

Lage der Lymphknoten im menschlichen Körper
Foto: Alila Medical Media | Shutterstock

Das Lymphsystem und damit auch die Lymphknoten sind breit im menschlichen Körper verteilt. Besonders häufig treten Schwellungen der Lymphknoten am Hals, in der Leistengegend und in den Achselhöhlen auf.

KörperstelleBeschreibung
Achselnhäufig, z.B. bei allgemeinen Infekten
Armeher selten, in den Armbeugen, z.B. lokale Infektionen
Baucheher selten, schwer ertastbar
Halshäufig, z.B. bei Infekten im Mundraum (Zähne, Kiefer)
Kniekehleneher selten, z.B. lokale Infektionen
Leistehäufig, z.B. bei Harnwegsinfekten

Katenkratzkrankheit: Katze als Ursache für Lymphknotenschwellungen

Treten geschwollene Lymphknoten zusammen mit den typischen Grippe-Symptomen wie Fieber, Kopfschmerzen und Übelkeit auf, kann auch die heimische Katze als Auslöser in Betracht kommen.

Die sogenannte „Katzenkratzkrankheit“ wird durch das Bakterium „Bartonella Henselae“ ausgelöst. Der durch kratzende Katzen übertragene Erreger löst zwar selten ernsthafte Komplikationen aus. Es kann aber zwei bis drei Monate dauern, bis die Infektion erfolgreich vom menschlichen Körper bekämpft ist.

Symptomatisch sind schmerzhaft angeschwollene Lymphknoten. Die Katzenkratzkrankheit kann mit Antibiotika behandelt werden. Die Schwellung der Lymphknoten kann allerdings noch einige Zeit nach Abklingen der anderen Symptome anhalten.

Mögliche Ursachen für Lymphknotenschwellungen

Es gibt eine ganze Reihe von Erkrankungen, für die geschwollene Lymphknoten symptomatisch sind. Dieses unspezifische Symptom kann aber allenfalls der Ausgangspunkt für weitere Diagnostik sein und rechtfertigt ganz sicher keine Diagnose.

Krebs als Ursache

Zur Erkennung und Behandlung bösartiger Tumore gehört das Konzept der „Wächterlymphknoten“. Die in Fachkreisen gebräuchliche Abkürzung SLN stammt von der englischen Bezeichnung „sentinel lymph node“. Befindet sich im Abflussbereich der Lymphe ein bösartiger Tumor, wird der an erster Stelle gelegene Lymphknoten als Wächterlymphknoten bezeichnet.

Wächterlymphknoten sind ein Indikator dafür, ob über die Lymphe bereits Tumorzellen gestreut und Metastasen gebildet haben. Ist der Wächterlymphknoten frei von Tumoren, besteht eine nur geringe Wahrscheinlichkeit, dass sich Metastasen in anderen Organen gebildet haben.

Der Status des Wächterlymphknotens spielt in der Diagnostik sowie in der gegebenenfalls folgenden Therapie daher eine große Rolle. Der Befund ist besonders aussagekräftig bei Brustkrebs (Mammakarzinom), Prostatakrebs (Prostatakarzinom) und schwarzem Hautkrebs (malignes Melanom).

Liste der Krankheiten mit geschwollenen Lymphknoten als Teil der Symptomatik

  • AIDS
  • Angina
  • Blasenkrebs
  • Borreliose
  • Brucellose
  • Brustkrebs
  • Diphtherie
  • Eierstockkrebs
  • entzündeter Zahn
  • Grippe
  • grippaler Infekt
  • Hashimoto
  • Hautkrebs
  • Hepatitis B
  • HIV
  • Katzenkratzkrankheit
  • Knochenkrebs
  • Leukämie
  • lokale Infektion / Entzündung
  • Lungenkrebs
  • Lupus
  • Lymphdrüsenkrebs
  • Lymphödem
  • Lymphom
  • Magenkrebs
  • Mandelentzündung
  • Metastasen einer Krebserkrankung
  • Mumps
  • pfeiffersches Drüsenfieber
  • Röteln
  • Sarkoidose
  • Scharlach
  • Schilddrüsenkrebs
  • Speiseröhrenkrebs
  • Syphilis
  • Toxoplasmose
  • Tripper
  • Tuberkulose

Zu den möglichen Ursachen einer Lymphknotenschwellung zählen:

  • Entzündungen und/oder Infektionen, die lokal begrenzt sind, beispielsweise eine Mandelentzündung (geschwollene Lymphknoten am Hals) oder eine Entzündung des Darms (geschwollene Lymphknoten im Leistenbereich)
  • spezifische Virusinfektionen wie Röteln, HIV-Infektion, Pfeiffersches Drüsenfieber, Genitalherpes, Zytomelagie
  • bakterielle Infektionen wie Tuberkulose, Brucellose oder Syphilis
  • Infektionen durch Parasiten wie Toxoplasmose
  • bösartige Erkrankungen innerhalb des lymphatischen Systems wie Morbus Hodgkin, Non-Hodgkin-Lymphome, manche Leukämie-Arten
  • Metastasen in den Lymphknoten
  • gutartige Vergrößerung der Lymphknoten wie Sarkoidose

Updates & Aktualisierungen

Ultraschall: Schwellungen der Lymphknoten, die über längere Zeit geschwollen sind, sollten laut Empfehlung  Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) immer mittels Ultraschall abgeklärt werden. Spätestens nach 3-4 Wochen sollte man mit geschwollenen Lymphknoten zum Arzt gehen.

Tattoos färben nicht nur die Haut, sondern offenbar auch die Lymphknoten. Wissenschaftler fürchten, dass neben Farbstoffen auch Giftstoffe im Lymphsystem des Menschen landen und schlimmstenfalls Krebs auslösen können.
medizin.plus/news/tattoofarben-krebserregend

Quellen

  • Infektion Oder Malignes Geschehen? Geschwollener Lymphknoten Autor: Dr. med. Hermann Dietzfelbinger – Publikation: MMW – Fortschritte der Medizin volume 152, pages27–29(2010) – DOI: 10.1007/BF03366970
  • Lymphknoten und maligne Tumorkrankheit Autor: P. Hermanek – Publikation: Zentralbl Chir 2000; 125(Heft 10): 790-795 – DOI: 10.1055/s-2000-10046
  • Was steckt hinter dem vergrößerten Lymphknoten? Infektion oder Malignom? Autor: Dr. med. Peter Stiefelhagen – Publikation: MMW – Fortschritte der Medizin volume 155, pages53–58(2013) – DOI: 10.1007/s15006-013-0001-6


Medizinjournalist


Sebastian () arbeitet seit Jahren für medizinische Publikationen. Er engagiert sich in Distributed Computing Projekten zur medizinischen Forschung. Sebastian ist verheiratet, hat ein Kind und lebt in Berlin.


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