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Symptome, Ursachen, Behandlung
Mandelentzündung (Angina, Tonsillitis)

Mandelentzündung

Mandelentzündung – schematische Abbildung (Abb.: Solar22 | Bigstock)

Als „Angina“ wird im Volksmund eine Tonsillitis – also eine Entzündung Mandeln (med.: Tonsillen) – bezeichnet. Sie ist nicht zu verwechseln mit der Angina pectoris, einer Herzerkrankung.

Eine Angina ist ansteckend, wird meist durch Bakterien ausgelöst und durch Tröpfcheninfektion übertragen. In den meisten Fällen sind die Gaumenmandeln (Tonsilla palatina) betroffen. Eine Angina ist schmerzhaft.

ICD-10: J03 Akute Tonsillitis, J35.0 Chronische Tonsillitis
Ärztliche Anlaufstellen: Hausarzt, Allgemeinmediziner, Hals-Nasen-Ohren-Arzt
Andere Bezeichnungen: Angina tonsillaris, Tonsillitis, Mandelentzündung

Lesezeit: 6 Minuten

Angina Symptome

SymptomBeschreibung
Halsschmerzenteilweise ausstrahlend bis in die Ohren und Kieferwinkel
Geschmacksveränderungbitterer Nachgeschmack bei Nahrungsaufnahme
Fieberdeutlich erhöhte Körpertemperatur
Belagheller Belag im Mund-Rachenraum
Kopfschmerzengrippeähnliche Kopfschmerzen
Lymphknotenschwellunggeschwollene Halslymphknoten
Mundgeruchtypisch, eitriger, unangenehmer Mundgeruch
SchleimhautdefekteDefekte der Mund- und Rachenschleimhaut
SchluckbeschwerdenProbleme beim Schlucken größere Nahrungsbestandteile
SchwächeMattigkeit, Abgeschlagenheit
Krankheitsgefühlausgeprägtes Krankheitsgefühl
Appetitlosigkeitleichte Übelkeit, fehlendes Hungergefühl
starker Speichelflussdeutlich verstärkter Speichelfluss
Stimmveränderung Stimme wirkt kloßig, meist nicht heiser
Schwellung, Rötunggeschwollene und gerötete Gaumenmandeln

Im Krankheitsverlauf schwellen die Mandeln (med.: Tonsillen) an und röten sich. Der Betroffene spürt starke Halsschmerzen und hat oft einen von außen sichtbar geschwollenen Halsbereich.

Aufgrund der Verengung des Rachenwegs kommt es zu Schluckbeschwerden und unter Umständen auch zu einem ungewöhnlichen Mundgeruch. Typisch ist ein bitterer Geschmack, insbesondere nach dem Essen.

Sind die Mandeln entzündet, fühlt sich der Betroffene müde und abgeschlagen. Der Organismus reagiert mit Fieber oder Kopfschmerzen. Die geschwollenen Mandeln sind gut sichtbar und zeigen eventuell einen weißlichen Belag.

Differenzialdiagnose: Abgrenzung der Symptome

Eine Angina muss ärztlich behandelt werden. Die Therapie besteht i.d.R. aus der Gabe von Antibiotika, Schmerzmitteln und spezieller Mundhygiene. Ähnliche Bescherden können der Scharlach und das Pfeiffersches Drüsenfieber auslösen – diese Differenzialdiagnosen können durch den Arzt schnell und zuverlässig ausgeschlossen werden.

Lage der Mandeln im menschlichen Körper

Lage der Mandeln (Tonsillen) im menschlichen Körper

Lage der Mandeln (Tonsillen) im menschlichen Körper
Abb.: CLIPAREA l Custom media | Shutterstock

Die Mandeln sind lymphatische Organe im menschlichen Rachen. Sie sind Bestandteil des lymphatischen Rachenrings und liegen am hinteren Ende des Gaumens zwischen den Gaumenbögen. Sie dienen der Erkennung des Eindringens schädlicher Organismen wie Bakterien und bilden die Vorhut der menschlichen Abwehr.

Gelingt es Erregern, die Abwehr zu überwinden, vermehren sich Krankheitserreger schnell und breiten sich über den lymphatischen Rachenring (der Nasen-Rachen Bereich mit den Mandeln, den Nasenrachenpolypen und den Seitensträngen der Rachenhinterwand) aus. Infolgedessen schwillt das Gewebe an. Dadurch kommt es zu Halsschmerzen und Schluckbeschwerden.

Symptomatik unterscheidet sich nach Ursache

Die Symptome einer Mandelentzündung können – je nach Ursache – unterschiedlich ausgeprägt sein. Eine Mandelentzündung durch Viren ruft häufig andere Beschwerden hervor als eine bakterielle Form der Tonsillitis. Des Weiteren wirken sich die Beschwerden einer chronischen Erkrankung anders aus als die einer akuten Mandelentzündung.

Akute Mandelentzündung

Eine akute Mandelentzündung geht meist mit sehr starken Halsschmerzen und Schluckbeschwerden einher. Weitere Symptome sind Fieber, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen und ein Gefühl der Kraftlosigkeit.

Die akute Mandelentzündung verursacht eine Schwellung der Mandeln mit kleinen Eiterflecken sowie eine Rötung des gesamten Rachenbereichs. Außerdem kann eine entzündliche Schwellung der Lymphknoten auftreten. Seltener auftretende Beschwerden sind Ohrenschmerzen, Kieferschmerzen und Übelkeit.

Chronische Mandelentzündung

Eine chronische Tonsillitis entsteht durch häufige Infekte. Hierbei setzen sich die Krankheitserreger in den Grübchen der Mandeln fest. Dadurch entsteht eine Entzündung des Gewebes, die Vernarbungen verursacht.

Die chronische Mandelentzündung äußert sich in der Regel durch Schluckbeschwerden, ein unangenehmes Kratzen im Hals sowie durch einen stetig anhaltenden, schlechten Geschmack im Mund.

Manchmal kann die chronische Tonsillitis zu einer Ansammlung von Eiter am entzündeten Gewebe kommen. Durch eine nicht behandelte chronische Mandelentzündung können in seltenen Fällen Herzklappen- und Herzmuskelentzündungen als ernste Folgeerscheinungen auftreten. Sehr selten entwickeln sich daraus Nierenentzündungen und Erkrankungen des Nervensystems.

Häufige, starke Entzündungen der Mandeln schaden dem Körper enorm. Ist die Erkrankung durch eine Behandlung mit Antibiotika nicht einzudämmen, empfiehlt sich in vielen Fällen die operative Entfernung der Mandeln.

Ursachen

Ausgelöst wird die Angina (Mandelentzündung) in der Regel durch Bakterien der Streptokokken-Gruppe. Aber auch Staphylokokken und Pneumokokken sowie Haemophilus influenzae können eine Angina auslösen.

Begünstigend für den Ausbruch der Krankheit ist eine dauerhafte Immunschwäche bzw. ein allgemein schlechter Gesundheitszustand. Kinder und Jugendliche leiden häufiger an einer Tonsillitis als erwachsene Menschen. Nach maximal zwei Wochen klingt die Krankheit wieder ab.

Diagnose

Die Diagnosestellung erfolgt häufig als Verdachtsdiagnose auf Basis der Inaugenscheinnahme. Dabei werden die Halslymphknoten und der Rachen inspiziert.

Zusätzlich kann eine Blutuntersuchung die Entzündungsparameter erheben. Inzwischen sind auch Schnelltests verfügbar, die auf Basis eines Rachenabstrichs nach Streptokokken fahnden und die Diagnose sicherstellen.

Behandlung

Die Angina wird i.d.R. mit einem Antibiotikum behandelt. Unter Antibiose tritt meist eine schnelle Besserung der Symptomatik ein.

Umso wichtiger ist es, das Antibiotikum nach Anweisung des Arztes bis zum Ende der Therapie weiter zu nehmen. Anderenfalls droht ein Rückfall. Nicht konsequent eingenommene Antibiotika begünstigen zudem die Entstehung von Resistenzen,

Angina als Begleiterscheinung

Diese Krankheiten sind durch eine Mandelentzündung als Begleiterscheinung gekennzeichnet:


Medizinjournalist


Sebastian () arbeitet seit Jahren für medizinische Publikationen. Er engagiert sich in Distributed Computing Projekten zur medizinischen Forschung. Sebastian ist verheiratet, hat ein Kind und lebt in Berlin.


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Quelle, Literatur und Studien

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  • Mehr Zurückhaltung bei der Therapie der Tonsillitis. Autoren: Starostzik, Christine – Publikation: MMW Fortschritte der Medizin, 21 April 2016, Vol.158 Spec No 1, pp.10-11 – PMID: 27090664 – DOI: 10.1007/s15006-016-8086-3
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Nach medizinwissenschaftlichen Standards erstellt und geprüft. [Hinweise]
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