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Was tun?
Geschwollene Lymphknoten am Hals

Lage der Lymphknoten am Hals

Lage der Lymphknoten an Hals und Kopf (Foto: JL-art | Shutterstock)

Lymphknotenschwellungen am Hals sind relativ häufig. Nur selten stecken ernsthafte Erkrankungen dahinter. Eine typische Ursache für geschwollene Halslymphknoten sind Infektionen der oberen Atemwege.

Lesezeit: 4 Minuten

Noch verschlafen am Morgen beim ersten Blick in den Badezimmerspiegel – und plötzlich sitzt der Schreck tief. Der Hals tut weh, die Lymphknoten sind geschwollen. Die beißenden Fragen, die sich sofort auftun: Bin ich krank? Steckt etwas Ernsthaftes dahinter? Oder reagiere ich nur hypochondrisch? Keine Angst! Nur selten steckt hinter geschwollenen Lymphknoten eine ernsthafte Erkrankung.

Lapidarinfekte sind die häufigste Ursache für die Schwellung. Nur bei etwa einem Prozent der Betroffenen lässt sich eine ernsthafte Erkrankung diagnostizieren. Also Ruhe bewahren, duschen und in manchen Fällen auf, zum Arzt.

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Die Ursachen von geschwollenen Lymphknoten

In unserem gesamten Körper sind Lymphknoten verteilt: in den Achselhöhlen und Leistenbeugen, am Becken, Nacken, in der Brust, Bauch und eben am Hals. Sie sind unsere Gesundheitspolizei und zeigen an, dass etwas im Organismus nicht stimmt. Das Immunsystem nutzt sie als Sammelstelle. Hier werden die Keime bekämpft, die uns krank machen. Sie schwellen häufig an, wenn sich ein Infekt in der Nähe des Knotens ausbreitet.

Einfache Infekte und Kinderkrankheiten

Hinter der Schwellung steckt in den meisten Fällen eine einfachere Erkrankung: Erkältung, Angina, Mandelentzündung, andere Entzündungen im Mundraum, wie entzündete Zähne oder auch Kinderkrankheiten, wie Röteln oder Masern sind in den häufigsten Fällen die Ursache. Die Symptome werden meist von anderen Erscheinungen begleitet – Schluckbeschwerden, Halsschmerzen, Fieber beispielsweise.

Geschlechtskrankheiten und Krebs

Schwerwiegender sind andere Infektionen, die jedoch deutlich seltener auftreten: Das pfeiffersche Drüsenfieber ist ebenfalls eine typische Krankheit, die geschwollene Lymphknoten am Hals hervorruft. Mit der sogenannten „Kuss-Krankheit“ (über den Speichel übertragen) infizieren sich vor allem junge Erwachsene. Auch HIV bzw. AIDS können geschwollene Lymphknoten auslösen. Diphtherie, Syphilis oder Tuberkulose zählen ebenfalls zu den möglichen Auslösern. Im schlimmsten – aber seltenen – Fall können verschiedene Krebserkrankungen dahinterstecken.

Geschwollene Lymphknoten am Hals – das sollte man tun

Lymphknoten am Hals geschwollen

Lymphknoten am Hals geschwollen
Foto: Image Point Fr | Shutterstock

Zunächst ist es wichtig, die Ruhe zu bewahren. Nicht immer muss gleich der Weg zum Arzt angetreten werden. Wird die Schwellung von Fieber, Schnupfen und/oder Halsschmerzen begleitet, liegt die Ursache auf der Hand: eine Erkältung – eine harmlose Infektion, die sich mit ein wenig Bettruhe sehr gut behandeln lässt.

Der Arzt sollte aufgesucht werden, wenn keine weiteren Begleiterscheinungen auftreten oder die Schwellung nur einseitig auftritt. Manchmal stecken auch die Zähne dahinter, ohne dass es der Betroffene bemerkt. In anderen Fällen werden chronische Mandelentzündungen diagnostiziert, die keine weiteren Symptome auslösten.

Ein echtes Warnsignal sind lang anhaltende Schwellungen der Lymphknoten, die mit Gewichtsverlust, Schwäche- und Krankheitsgefühl einhergehen. In diesem Fall ist ein Arztbesuch drigend angezeigt.

Das macht der Arzt

Der Arzt wird zunächst überprüfen, ob es sich wirklich um die Lymphknoten handelt, die geschwollen sind. Nach der äußerlichen Untersuchung und Befragung kann er meist schon eine Diagnose stellen oder wird weitere Untersuchungen anordnen: Blutbild, Ultraschall oder bildgebende Verfahren wie Röntgen oder Computertomografie. Ist dann immer noch keine Diagnose möglich, werden Gewebeproben (Biopsie) entnommen und histologisch untersucht.

Behandlungsversuch mit Antibiotika

Bei unklaren Befunden wird zunächst auch oft eine Therapie mit Antibiotika versucht. Vermutet der Arzt eine lokale Infektion als Ursache der Lymphknotenschwellung wird er möglicherweise ein Breitbandantibiotikum verordnen und den Knoten nach einer Woche erneut begutachten.

Typische Körperstellen für Lymphknotenschwellungen

Lage der Lymphknoten im menschlichen Körper

Lage der Lymphknoten im menschlichen Körper
Foto: Alila Medical Media | Shutterstock

KörperstelleBeschreibung
Achselnhäufig, z.B. bei allgemeinen Infekten
Armeher selten, in den Armbeugen, z.B. lokale Infektionen
Baucheher selten, schwer ertastbar
Halshäufig, z.B. bei Infekten im Mundraum (Zähne, Kiefer)
Kniekehleneher selten, z.B. lokale Infektionen
Leistehäufig, z.B. bei Harnwegsinfekten
Wichtig: Tritt eine Lymphknotenschwellung länger als drei Wochen auf, sollte immer ein Arzt konsultiert werden. Dann ist es wichtig, die Ursache herauszufinden, die unsere „Gesundheitspolizei“ so lange Alarm schlagen lässt.


Medizinjournalist


Sebastian () arbeitet seit Jahren für medizinische Publikationen. Er engagiert sich in Distributed Computing Projekten zur medizinischen Forschung. Sebastian ist verheiratet, hat ein Kind und lebt in Berlin.


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Quellen

  • ICD-10: R59 Lymphknotenvergrößerung
  • Ärztliche Anlaufstellen: Kinderarzt, Hausarzt, Allgemeinmediziner
  • Lymphknoten – Bubendorf, Lukas ; Feichter, Georg E ; Obermann, Ellen C ; Dalquen, Peter Klöppel, Günter (Editor) ; Kreipe, Hans H (Editor) ; Remmele, Wolfgang (Editor) 2011 – Dritte, neubearbeitete Auflage – Pathologie: Zytopathologie, pp.477-527 – DOI: 10.1007/978-3-642-04562-2_24
  • Infektion oder malignes Geschehen? : Geschwollener Lymphknoten – Dietzfelbinger, Hermann – MMW Fortschritte der Medizin, August 2010, Vol.152(36), pp.27-9 – DOI: 10.1007/BF03366970
  • 4.3 Lymphbahnen und Lymphknoten. In Allgemeine Anatomie und Bewegungssystem. – Stuttgart: Georg Thieme Verlag. – 4. Auflage – DOI: 10.1055/b-0036-131178
Nach medizinwissenschaftlichen Standards erstellt und geprüft. [Hinweise]
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