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Bösartige Knochentumore

Knochenkrebs

Krebszelle wird von Leukozyten angegriffen

Krebszelle wird von Leukozyten angegriffen
Foto: SciePro | Bigstock

Was ist Knochenkrebs?

Als Knochenkrebs werden bösartige Tumore (Osteosarkom, Osteoklastom, Erwing-Sarkom, Chondrosarkom) des Knochengewebes bezeichnet. Knochenkrebs gehört zu den Sarkomen und kann in sämtlichen Knochen des menschlichen Skeletts auftreten. Die häufigsten Lokationen sind allerdings die großen Röhrenknochen von Armen und Beinen sowie das Rückgrad und das Becken.


ICD-10: C40, C41 Osteosarkom Ärztliche Anlaufstellen: Hausarzt, Allgemeinmediziner, Orthopäde

Lesezeit: 4 Minuten

Knochenkrebs Symptome

Die typischen Anzeichen des Knochenkrebses
Knochenschmerzen
Schwellungen
ausgeprägtes Krankheitsgefühl
Schwäche
chronische Müdigkeit
ungewollter Gewichtsverlust
eingeschränkte Beweglichkeit
Bruchneigung des Knochens
geschwollene Lymphknoten
Überwärmung der betroffenen Region
Lähmungserscheinungen
Fieber / erhöhte Temperatur

Auch Metastasen (Tochtergeschwülste) von Krebserkrankungen anderer Organe können sich im Knochen absiedeln. Knochenkrebs ist sehr selten. In Deutschland treten pro Jahr nur etwa 700 Neuerkrankungen auf. Knochenkrebs tritt gehäuft in der Kindheit auf. Bei nur 20 Prozent der Erkrankten treten bösartige Knochentumore erstmalig im Erwachsenenalter auf.

Was tun?

Das menschliche Skelett

Das menschliche Skelett Abb.: stihii | Shutterstock

Frühe Diagnose erhöht Heilungschancen: Wer den Verdacht hat, unter Knochenkrebs zu leiden, sollte unbedingt einen Arzt aufsuchen. Eine rechtzeitige Diagnose und ein früher Behandlungsbeginn sind entscheidend für den Erfolg der Therapie.

Als erste Anlaufstelle empfiehlt sich der Hausarzt oder Allgemeinmediziner, der dann die weitere Diagnostik durch Spezialisten koordinieren kann. Der Behandlung selbst sollte in einem spezialisierten Knochenkrebszentrum erfolgen, das – aufgrund der Seltenheit der Erkrankung – die beste Behandlung realisieren kann.

Behandlung: Knochenkrebs wird mit dem klassischen Dreiklang aus Operation, Chemotherapie und Bestrahlung behandelt, der auch bei vielen anderen Krebserkrankungen zum Einsatz kommt. Die Operationen haben heute nur noch selten den Verlust von Gliedmaßen zur Folge. Die meisten Operationen werden arm- bzw. beinerhaltend durchgeführt. Der entstehende Knochendefekt wird durch Endoprothesen geschlossen.

Prognose: Die Prognose für Knochenkrebspatienten hat sich den letzten Jahrzehnten deutlich gebessert. Die 5-Jahres-Überlebensrate liegt heute zwischen 60 und 70 Prozent.

Kochenkrebs-Arten – Bösartige Knochentumore

Osteosarkom

Das Osteosarkom ist der am häufigsten auftretende bösartige Knochentumor. Wenn von „Kochenkrebs“ gesprochen wird, ist meist das Osteosarkom gemeint. Der Tumor tritt gehäuft im Alter von 10 – 25 Jahren auf. Rund die Hälfte der Tumore findet sich im Bereich des Ober- oder Unterschenkels in Knienähe.

Das Osteosarkom bildet schon im frühen Erkrankungsstadium Metastasen. Im Gegensatz zu anderen Krebsarten zieht das allerdings keine dramatisch schlechtere Prognose nach sich. Das Osteosarkom hat insgesamt eine 5-Jahres-Überlebensrate von über 60 Prozent. Selbst Lungenmetastasen überlebt fast die Hälfte aller Patienten mehr als 5 Jahre.

Osteoklastom

Das Osteoklastom ist ein halb-bösartiger (semi-maligner) Knochentumor. Zwar zerstört er – wie bösartige Tumore – das umliegende Gewerbe, statt – wie gutartige Tumore – nur verdrängend zu wachsen. Aber er bildet nur selten Metastasen.

Erwing-Sarkom

Das Erwing-Sarkom ist die aggressivste Form des Knochenkrebses. Das Tückische: seine Symptome (Schmerzen, Schwellung, Fieber) gleichen denen einer Osteomyelitis, was häufig zu Fehldiagnosen und damit zu einem verspäteten Behandlungsbeginn führt. Trotzdem können mit modernen Kombinationstherapien Heilungsraten von 50 Prozent und mehr erreicht werden.

Chondrosarkom

Im Gegensatz zu den anderen bösenartigen Knochentumoren tritt das Chondrosarkom gehäuft im mittleren Lebensalter zwischen 30 und 50 Jahren auf. Betroffen sind meist die Knochen des Beckens, der Schultern oder des Oberschenkels.

Diagnose – Was macht der Arzt

MRT

MRT – Teil der Diagnostik von Knochentumoren
Foto: Ikonoklast Fotografie | Shutterstock

Da die Symptomatik von Knochenkrebs zunächst recht mild ist, werden Knochentumore häufig als Zufallsbefund durch bildgebende Verfahren (Röntgen, CT, MRT) entdeckt. Anschließend wird die Diagnose durch eine Gewebsentnahme (Biopsie) mit anschließender feingeweblicher Untersuchung (Histologie) gesichert.

Viele Diagnosen erfolgen erst in einem späten Stadium, wenn der Tumor schon Tochtergeschwüre (Metastasen) in anderen Organen gebildet hat. Typischerweise findet man solche Metastasen in der Lunge.

Differentialdiagnosen

Es gibt Erkrankungen, die ähnliche Symptome wie ein Osteosarkom zeigen:

  • gutartige Knochentumore (Osteoidosteom)
  • Entzündungen (Osteomyelitis)
  • Knochenmetastasen
  • Lymphome
  • Myelom


Medizinjournalist


Sebastian () arbeitet seit Jahren für medizinische Publikationen. Er engagiert sich in Distributed Computing Projekten zur medizinischen Forschung. Sebastian ist verheiratet, hat ein Kind und lebt in Berlin.


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Quellen

  • Maligne Knochen- und Knorpeltumoren – Autoren: K. R. AignerEmail authorF. O. StephensT. Allen-MershG. HortobagyiD. KhayatS. M. PicksleyP. SugarbakerT. TaguchiJ. F. Thompson – Publikation: Onkologie Basiswissen – DOI: 10.1007/978-3-662-48585-9_21
  • Maligne Knochentumoren im Kindesalter – Autoren: Uhl, Markus ; Hettmer, Simone ; Herget, Georg – Publikation: TumorDiagnostik & Therapie, 2018-10, Vol.39 (8), p.536-544 – DOI: 10.1055/a-0653-1223
  • Knochentumoren : mit Kiefertumoren ; Klinik, Radiologie, Pathologie – Autoren: Jürgen Freyschmidt, Helmut Ostertag, Gernot Jundt DOI: 10.1007/978-3-540-75153-3
  • Übersicht – Diagnostik von Knochentumoren – Autoren: Baumhoer, D ; Jundt, G ; Höller, S – Publikation: TumorDiagnostik & Therapie, 2014-12, Vol.35 (8), p.468-471 – DOI: 10.1055/s-0034-1369506
  • Knochentumoren – Autoren: Köhler, G ; H.T. Eich, Prof. Dr ; Bamberg, M – Publikation: Der Onkologe, 2013-08, Vol.19 (8), p.618-619 – DOI: 10.1007/s00761-013-2512-2
Nach medizinwissenschaftlichen Standards erstellt und geprüft. [Hinweise]
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