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Symptome, Ansteckung, Inkubationszeit

Hepatitis B

Hepatitis B Virus

Hepatitis B Virus
Abb.: cigdemsimsek | Bigstock

Was ist Hepatitis B?

Hepatitis B ist eine Viruserkrankung, die die Leber befällt. In etwa 10 Prozent der Fälle kann die Krankheit einen chronischen Verlauf nehmen. Hepatitis B gehört zu den sexuell übertragbaren Krankheiten (Geschlechtskrankheiten).

Hepatitis B ist weltweit die häufigste Virusinfektion. In Deutschland erkranken jährlich zwischen 20.000 und 35.000 Menschen an Hepatitis B. Hepatitis B ist die Ursache für jede dritte Leberinfektion in Deutschland. Eine chronische Lebererkrankung kann zu Leberzirrhose oder einem Leberkarzinom führen.

Eine Behandlung von Hepatitis B ist nur eingeschränkt möglich. Der Erreger ist das Hepatitis-B-Virus (HBV), ein Retrovirus, das nach einer Infektion nicht mehr vollständig aus dem Körper entfernt werden kann. Die wichtigste Maßnahme zur Verhinderung der Infektion ist daher eine Impfung.


ICD-10: B16 Akute Virushepatitis B, B18 Chronische Virushepatitis B Ärztliche Anlaufstellen: Hausarzt, Allgemeinmediziner, Internist, Leberspezialist

Lesezeit: 6 Minuten

Hepatitis B Symptome

Symptom
Müdigkeit
Abgeschlagenheit
Kopfschmerzen
Appetitlosigkeit
Gewichtsverlust
Muskelschmerzen
Gelenkschmerzen
Druckgefühl im rechten Oberbauch
Fieber
dunkler Urin
heller oder farbloser Stuhl
Gelbfärbung der Haut und Augen
Hautveränderungen (Spider naevi = sternförmige Gefäßerweiterungen)
Juckreiz
gerötete Handflächen
Schleimhautveränderungen (Lackzunge, Lacklippen)
Grippe-Symptome
Übelkeit
Erbrechen

Hepatitis B ohne Symptome

In etwa zwei Dritteln der Fälle bestehen keine Symptome (subklinischer oder asymptomatischer Verlauf). Zufällig kann eine Erhöhung der Leberenzyme (Transaminasen) bei Blutuntersuchungen festgestellt werden. Die Infizierten sind ansteckend, wissen das aber in der Regel nicht.

Akute Hepatitis B

Bei ca. 25 Prozent der mit Hepatitis B Infizierten tritt eine akute Hepatitis mit nachfolgender Heilung auf: Es kommt zu einem Tage bis Wochen dauernden Prodromalstadium mit leicht erhöhter Körpertemperatur, Abgeschlagenheit, Oberbauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Gelenkschmerzen, manchmal Durchfall.

Nach vier bis acht Wochen folgt der Ikterus, also die Gelbsucht. Sie tritt zunächst nur an den Skleren (weiße Augenhaut) auf, dann auch an der Haut. Die gelbe Farbe wird durch Bilirubin hervorgerufen. Bilirubin ist ein Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffes. Durch die Leberentzündung wird Bilirubin nicht mehr ausreichend in die Leberzellen aufgenommen, wo es in eine besser lösliche Form überführt und mit der Galle in den Darm ausgeschieden wird. Dazu kommen eine Entfärbung des Stuhls, eine Dunkelfärbung des Urins und Juckreiz durch den Anstieg der Gallensäuren im Blutserum.

Bei einem Teil der Patienten tritt ein sog. Immunkomplex-Syndrom mit Gelenkschmerzen und Hautausschlag auf. Bei der körperlichen Untersuchung besteht Druckschmerz im Oberbauch durch die vergrößerte Leber; Milz und Lymphknoten können geschwollen sein.

Fulminante Hepatitis B

Selten (unter 1 Prozent der Fälle) kommt es zu einem extrem schnellen und schweren Verlauf in Form einer sog. fulminanten Hepatitis, die innerhalb von Stunden, Tagen oder wenigen Wochen zu hochgradigem Ikterus, Blutgerinnungsstörungen und Schädigung des Gehirns mit Bewusstseinsveränderungen („Leberkoma“) führen kann und akut lebensbedrohlich ist.

Chronische Hepatitis B

Bei 10 bis 30  Prozent der Infizierten ruft das Virus eine chronische Hepatitis hervor, die länger als sechs Monate besteht. Die Symptome reichen je nach Aktivität der Erkrankung von Beschwerdefreiheit über Müdigkeit, Leistungsknick, Appetitlosigkeit, Ikterus bis hin zu Komplikationen an weiteren Organen. Diese können Gelenke, Haut, Nieren, Herz, Blutgefäße oder Blutkörperchen betreffen.

Es kann zur Leberzirrhose (bindegewebiger Umbau der Leber, die dann funktionsuntüchtig ist) kommen. Es besteht ein erhöhtes Risiko für ein primäres Leberzellkarzinom.

Inkubationszeit

Die Inkubationszeit zwischen der Übertragung des Hepatitis-B-Virus und den ersten Krankheitssymptomen liegt zwischen einem und sechs Monaten.

Übertragung und Verbreitung

Schätzungen besagen, dass zwischen fünf und sieben Prozent der Erdbevölkerung Träger des Hepatitis-B-Virus sind.

Ansteckung und Übertragung

Die Übertragung des Hepatitis B Virus erfolgt über Blut und andere Körperflüssigkeiten. Bei Erkrankten mit einer hohen Viruskonzentration kann die Übertragung sogar über Speichel, Urin oder Muttermilch erfolgen. Kleinste Verletzungen in der Haut oder Schleimhaut reichen aus, um das Hepatitis-B-Virus eindringen zu lassen. Das Virus erreicht im Blut des Infizierten eine hohe Konzentration und ist hochinfektiös.

Das Hepatitis-B-Virus kann im Gegensatz zum Hepatitis A-Krankheitserreger nicht über kontaminierte Lebensmittel übertragen werden.

Hepatitis B Übertragung in Deutschland

In Deutschland geht mehr als die Hälfte der Krankheitsfälle auf eine sexuelle Übertragung zurück. An zweiter Stelle steht die Übertragung durch die gemeinsame Benutzung von kontaminierten Spritzbestecken durch Drogenabhängige.

Kleinste Mengen Blut in den infizierten Kanülen sind ausreichend, um andere anzustecken. Eine weitere Ansteckungsquelle sind verunreinigte Tätowierinstrumente, Piercings, Ohrstecher oder Nagelscheren. Selbst bei der gemeinsamen Benutzung eines Rasierapparates kann eine Übertragung erfolgen.

Hepatitis B Übertragung in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft kann eine mit Hepatitis B infizierte werdende Mutter die Viren auf das Ungeborene übertragen. Auch bei der Geburt kann eine Ansteckung des Babys erfolgen. Durch die sofortige Gabe von Immunglobulinen wird der Ausbruch der Krankheit beim Neugeborenen heute verhindert.

Bluttransfusion, Zahnarzt, Operationen und Akupunktur

In Ländern mit hohem medizinischen Standard ist die Wahrscheinlichkeit, sich durch Bluttransfusionen, chirurgische Operationen oder bei einer Dialyse anzustecken, als äußerst gering einzustufen. Auch Zahnarztinstrumente oder Akupunkturnadeln sind bei richtiger Handhabung steril, sodass eine Ansteckung mit Hepatitis B auf diesem Wege praktisch nicht möglich ist.

Sexuelle Übertragung

Mit einigen effektiven Maßnahmen kann man selbst das Ansteckungsrisiko verringern. Dazu gehört die Verwendung von Kondomen bei wechselnden Sexualpartnern, eine aktive Schutzimpfung vor Reisen in tropische und subtropische Länder mit hohem Durchseuchungsgrad, die Nutzung von Einwegspritzen und die alleinige Nutzung von Rasierutensilien und Zahnbürsten.


Medizinjournalist


Sebastian () arbeitet seit Jahren für medizinische Publikationen. Er engagiert sich in Distributed Computing Projekten zur medizinischen Forschung. Sebastian ist verheiratet, hat ein Kind und lebt in Berlin.


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Quellen

  • Hepatitis B : Infektion – Therapie – Prophylaxe – Autoren: Tobias Heintges Wulf Otto Böcher
  • Hepatitis B virus infection : molecular virology to antiviral drugs – Autoren: Hong Tang – DOI: 0.1007/978-981-13-9151-4
  • Update on prevention, diagnosis, and treatment of chronic hepatitis B: AASLD 2018 hepatitis B guidance – Autoren: Terrault, Norah A ; Lok, Anna S.F ; McMahon, Brian J ; Chang, Kyong-Mi ; Hwang, Jessica P ; Jonas, Maureen M ; Brown, Robert S ; Bzowej, Natalie H ; Wong, John B – Publikation: Hepatology (Baltimore, Md.), 2018, Vol.67 (4), p.1560-1599 – DOI: 10.1002/hep.29800
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  • Hepatitis B – Autoren: Tidona, Christian A ; Darai, Gholamreza ; Sonntag, Hans-Günther ; Zöller, Lothar ; Handermann, Michaela – Publikation: Lexikon der Infektionskrankheiten des Menschen, 2009, p.371-371 – DOI: 0.1007/978-3-540-39026-8_447
  • Hepatitis B – Autoren: Neumann, G ; Feucht, H H ; Becker, W ; Späth, M – Publikation: Gynäkologische Infektionen, 2010, p.103-106 – DOI: 10.1007/978-3-642-05268-2_29
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  • Hepatitis B virus burden in developing countries – Autoren: Rosa Zampino, Adriana Boemio, Caterina Sagnelli, Loredana Alessio, Luigi Elio Adinolfi, Evangelista Sagnelli, Nicola Coppola – Publikation: World J Gastroenterol. 2015 Nov 14;21(42):11941-53 – DOI: 10.3748/wjg.v21.i42.11941
  • Hepatitis B: Screening, Prevention, Diagnosis, and Treatment – Autoren: – Publikation: – DOI:
Nach medizinwissenschaftlichen Standards erstellt und geprüft. [Hinweise]
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