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Symptome, Bilder, Prognose
Syphilis

Syphilis Bakterium Treponema pallidum

Das Syphilis auslösende Bakterium Treponema pallidum (Abb.: royaltystockphoto.com | Shutterstock)

Alles Wichtige zur Syphilis:

Was ist Syphilis?

Syphilis (umgangssprachlich auch: „Franzosenkrankheit“ oder „harter Schanker“) ist eine sexuell übertragbare Infektionskrankheit. Der Erreger ist ein Bakterium. (Treponema pallidum) Die Syphilis wird hauptsächlich beim ungeschützten Geschlechtsverkehr durch Schleimhautkontakt übertragen. Auch eine Übertragung während der Geburt von der Mutter auf das Kind ist möglich.

Weltweit erkranken jährlich rund 12 Millionen Menschen neu an Syphilis. In Deutschland sind vor allem homosexuelle Männer in Ballungsräumen betroffen. Die Zahl der Neuinfektionen steigt in Deutschland – vor allem durch den wieder sorgloseren Umgang mit ungeschützten Sexualkontakten – seit 2009 wieder an übersteigt die Marke von 5.000 Fällen im Jahr.

Syphilis Symptome

Die Inkubationszeit der Syphilis – also die Zeit zwischen der Infektion und dem Auftreten der ersten Symptome – beträgt zwei bis drei Wochen. Etwa die Hälfte der Infektionen verläuft völlig ohne Symptome.

Stadium I – Primärstadium

  • kleiner dunkelroter Knoten an der Eintrittsstelle (i.d.R. die Geschlechtsteile)
  • der Knoten entwickelt sich zu einem nässenden Geschwür
  • meist nicht schmerzhaft
  • manchmal gelber Untergrund
  • geschwollene Lymphknoten

Die Symptome des ersten Stadiums verschwinden nach einigen Wochen wieder.

Stadium II – Sekundärstadium

  • Fieber
  • allgemeines Krankheitsgefühl
  • Kopfschmerzen
  • Gelenkschmerzen
  • Muskelschmerzen
  • Hautausschlag
  • Haarausfall
  • Rötung von Mandeln und Rachen
  • Nachtschweiß
  • weiße Flecken auf den Schleimhäuten

Auch diese Symptome verschwinden meist wieder.

Stadium III – Tertiärstadium

  • Geschwüre an Nase, Zunge
  • Hautgeschwüre
  • Durchblutungsstörungen
  • Sehstörungen
  • Herzprobleme
  • gummiartige Knoten
  • Taubheit
  • stechende überfallartige Schmerzen in den Beinen
  • geistiger Verfall
  • Bewegungsstörungen
  • gestörtes Temperaturempfinden
  • Lähmungserscheinungen
  • Krampfanfälle

Stadium IV – Quartärstadium

  • Rückenmarksschäden
  • Schmerzen
  • Gangunsicherheit
  • Gefühlsstörungen
  • Störungen der Darmfunktion
  • Blasenfunktionsstörungen
  • Wahnvorstellungen
  • Halluzinationen
  • Demenz
  • Tod
  • Gelenkschäden
  • chronische Hirnentzündung

Syphilis Bilder

Was tun?

Wer den Verdacht hat, unter Syphilis zu leiden, sollte umgehend einen Arzt kontaktieren und bis dahin sexuelle Kontakte meiden, um eine Weiterverbreitung der Krankheit zu verhindern. Urologe bzw. Gynäkologe sind die richtigen Anlaufstationen.

Der Arzt wird i.d.R. einen Bluttest veranlassen, der Antikörper gegen den Erreger im Blut nachweist. In Einzelfällen wird auch ein PCR-Test durchgeführt, der den Erreger direkt nachweist.

Die Syphilis ist heute mit Antibiotika gut therapierbar. Unbehandelt drohen schwere körperliche und neurologische Schäden und der Tod des Infizierten.

Welcher Arzt ist zuständig?

Auf sexuell übertragbare Krankheiten – wie Syphilis – ist der „Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten“ spezialisiert. Frauen können auch zu ihrem Gynäkologen, Männer zum Urologen gehen.

Behandlung

Syphilis-Erreger unter dem Mikroskop

Syphilis-Erreger unter dem Mikroskop (Foto: Jeephotoghapher | Shutterstock)

Syphilis wird i.d.R. mit Penizillin behandelt. Sollte eine Allergie gegen Penizillin bestehen, kann auf andere Antibiotika (Makrolide, Chephalosporine, Tetracyclin) ausgewichen werden.

Prognose

Bei rechtzeitiger Behandlung mit einem Antibiotikum ist die Prognose gut. Bei späterem Behandlungsbeginn ist mit bleibenden Gesundheitsschäden zu rechnen. Ohne Behandlung durchläuft eine Syphilis in vielen Fällen alle Erkrankungsstadien und endet mit dem Tod.

Bei etwa 30 Prozent der Patienten konnte mit im Rahmen der sogenannten Olso-Studie eine Spontanheilung beobachten.1

Geschichte

Histroische Syphilis Behandlung

Historische Syphilis-Behandlung mit Guayaco im Jahre 1570 (Abb.: Everett Historical | Shutterstock)

Inzwischen geht man davon aus, dass der Seefahrer Christoph Kolumbus und seine Mannschaft Syphilis nach Europa gebracht haben. Untersuchungen an den Skeletten der Männer haben einen Befall mit dem Syphilis-Erreger Treponema pallidum ergeben.

Man geht allerdings davon aus, dass das Bakterium damals noch nicht über Sexualkontakte übertragen wurde, sondern sich erst später in Europa angepasst hat, um diesen Infektionsweg zu nutzen.

Die erste große dokumentierte Syphilis-Epidemie in Europa datiert auf das Jahr 1495.

Quellen

  • Oslo-Studie: Studie zum Verlauf der Syphilis ohne Behandlung E.Gurney Clark, Niels Danbolt, The Oslo study of the natural history of untreated syphilis: An epidemiologic investigation based on a restudy of the Boeck-Bruusgaard material a review and appraisal, Journal of Chronic Diseases, Volume 2, Issue 3, 1955, Pages 311-344, ISSN 0021-9681, PMID: 13252075 | DOI: 10.1016/0021-9681(55)90139-9
  • ICD-10: A50 Syphilis connata, A51 Frühsyphilis, A52 Spätsyphilis, A53 sonstige Syphilis
  • Synonyme: Syphilis, Lues venerea, harter Schanker, Franzosenkrankheit
  • Erreger: Treponema pallidum ssp. pallidum (Bakterium)
  • Durchseuchung: 3000 – 8000 Infektionen pro Jahr
  • Klassifizierung: Infektionskrankheit, Geschlechtskrankheit, bakteriell
  • Therapie: Antibiose (Penizillin)
  • Prognose: bei rechtzeitiger Behandlung gut (sonst bleibende Schäden, Tod)
  • Ansteckung: sexuell übertragbar


Medizinjournalist


Sebastian () arbeitet seit Jahren für medizinische Onlinemedien. Er engagiert sich ehrenamtlich in BOINC-Projekten zur Krebsforschung. Sebastian ist verheiratet, hat ein Kind und lebt in Berlin.

Nach medizinwissenschaftlichen Standards erstellt und geprüft. [Hinweise]
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