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Home»Krankheiten»Syphilis

Syphilis » Symptome erkennen, Bilder, Behandlung

Mit einer jahrhundertelangen Geschichte bleibt Syphilis ein aktuelles Thema: Die sexuell übertragbare Infektion ist gut behandelbar, wenn sie früh erkannt wird. Unbehandelt drohen schwere gesundheitliche Folgen.
Sebastian Fiebiger Sebastian Fiebiger↻ 09.04.26
Syphilis Bakterium Treponema pallidum
Das Syphilis auslösende Bakterium Treponema pallidum (Abb.: royaltystockphoto.com | Shutterstock)

Inhaltsverzeichnis

  • Was ist Syphilis?
  • Symptome
  • Was tun?
  • Welcher Arzt?
  • Behandlung
  • Prognose

Syphilis Symptome

Die Inkubationszeit der Syphilis - also die Zeit zwischen der Infektion und dem Auftreten der ersten Symptome - beträgt durchschnittlich zwei bis drei Wochen. Sie kann sich aber in einer Bandbreite von 10 bis 90 Tagen bewegen.

Etwa die Hälfte der Infektionen verläuft völlig symptomlos.

Stadium I - Primärstadium

Syphilis – Primärstadium (Foto: Nau Nau | Shutterstock)
  • kleiner dunkelroter Knoten an der Eintrittsstelle (Geschlechtsteile)
  • der Knoten entwickelt sich zu einem nässenden Geschwür
  • meist nicht schmerzhaft
  • manchmal gelber Untergrund
  • geschwollene Lymphknoten

Die Symptome des ersten Stadiums verschwinden nach einigen Wochen wieder.

Stadium II - Sekundärstadium

Syphilis – Sekundärstadium / Handflächen (Foto: TisforThan | Shutterstock)
Syphilis – Sekundärstadium / Rücken (Foto: TisforThan | Shutterstock)
Syphilis – Sekundärstadium / Fuß (Foto: TisforThan | Shutterstock)
  • Fieber
  • allgemeines Krankheitsgefühl
  • Kopfschmerzen
  • Gelenkschmerzen
  • Muskelschmerzen
  • Hautausschlag
  • Haarausfall
  • Rötung von Mandeln und Rachen
  • Nachtschweiß
  • weiße Flecken auf den Schleimhäuten

Auch diese Symptome verschwinden meist wieder.

Stadium III - Tertiärstadium

  • Geschwüre an Nase, Zunge
  • Hautgeschwüre
  • Durchblutungsstörungen
  • Sehstörungen
  • Herzprobleme
  • gummiartige Knoten
  • Taubheit
  • stechende, überfallartige Schmerzen in den Beinen
  • geistiger Verfall
  • Bewegungsstörungen
  • gestörtes Temperaturempfinden
  • Lähmungserscheinungen
  • Krampfanfälle

Stadium IV - Quartärstadium

  • Rückenmarksschäden
  • Schmerzen
  • Gangunsicherheit
  • Gefühlsstörungen
  • Störungen der Darmfunktion
  • Blasenfunktionsstörungen
  • Wahnvorstellungen
  • Halluzinationen
  • Demenz
  • Tod
  • Gelenkschäden
  • chronische Hirnentzündung

Syphilis Bilder

Haarausfall in Folge von Syphilis (Foto: enuengneng | Shutterstock)
Syphilis: Läsion im Mundraum (Foto: TisforThan | Shutterstock)
Syphilis – Sekundärstadium (Foto: TisforThan | Shutterstock)
Syphilis (Foto: enuengneng | Shutterstock)


Was tun?

Wer den Verdacht hat, unter Syphilis zu leiden, sollte umgehend einen Arzt kontaktieren und bis dahin sexuelle Kontakte meiden, um eine Weiterverbreitung der Krankheit zu verhindern. Urologe bzw. Gynäkologe sind die richtigen Anlaufstationen.

Der Arzt wird i. d. R. einen Bluttest veranlassen, der Antikörper gegen den Erreger im Blut nachweist. In Einzelfällen wird auch ein PCR-Test durchgeführt, der den Erreger direkt nachweist.

Die Syphilis ist heute mit Antibiotika gut therapierbar. Unbehandelt drohen schwere körperliche und neurologische Schäden und der Tod des Infizierten.

Welcher Arzt ist zuständig?

Auf sexuell übertragbare Krankheiten - wie Syphilis - ist der "Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten" spezialisiert. Frauen können auch zu ihrem Gynäkologen, Männer zum Urologen gehen.

Behandlung

Syphilis-Erreger unter dem Mikroskop
Syphilis-Erreger unter dem Mikroskop Foto: Jeephotoghapher | Shutterstock

Syphilis wird routinemäßig mit Penicillin behandelt. Sollte eine Allergie gegen Penicillin bestehen, kann gemäß der aktuellen Leitlinie auf Doxycyclin oder Ceftriaxon ausgewichen werden.2

Makrolide (wie Erythromycin oder Azithromycin) werden aufgrund zunehmender Resistenzen nicht mehr empfohlen.

Prognose

Bei rechtzeitiger Behandlung mit einem Antibiotikum ist die Prognose gut. Bei späterem Behandlungsbeginn ist mit bleibenden Gesundheitsschäden zu rechnen. Ohne Behandlung durchläuft eine Syphilis in vielen Fällen alle Erkrankungsstadien und endet mit dem Tod.

Bei etwa 30 Prozent der Patienten konnte im Rahmen der sogenannten Oslo-Studie eine Spontanheilung beobachtet werden.1

Was ist Syphilis?

Syphilis (umgangssprachlich auch: „Franzosenkrankheit“ oder „harter Schanker“) ist eine sexuell übertragbare Infektionskrankheit. Der Erreger ist ein Bakterium. (Treponema pallidum) Die Syphilis wird hauptsächlich beim ungeschützten Geschlechtsverkehr durch Schleimhautkontakt übertragen.

Auch eine Übertragung von der Mutter auf das ungeborene Kind ist möglich - sowohl über die Plazenta während der Schwangerschaft (ab dem vierten bis fünften Monat) als auch während der Geburt. Diese Infektion vor oder während der Geburt nennt man konnatale Syphilis. Sie kann zu einer Fehlgeburt oder schwerwiegenden Schäden beim Neugeborenen führen.

Weltweit erkranken laut WHO-Schätzungen jährlich etwa 8 Millionen Menschen neu an Syphilis (Stand: 2022).

In Deutschland sind vor allem homosexuelle Männer in Ballungsgebieten betroffen. Die Zahl der Neuinfektionen steigt in Deutschland – hauptsächlich aufgrund eines wieder sorglosen Umgangs mit ungeschützten Sexualkontakten – seit 2009 wieder an und überstieg 2024 die Marke von 9.000 Fällen.

Erkrankung Syphilis
Synonyme Syphilis, Lues venerea, harter Schanker, Franzosenkrankheit
Klassifizierung Infektionskrankheit, Geschlechtskrankheit, bakteriell
Häufigkeit 3000 - 8000 Infektionen pro Jahr
Ansteckung sexuell übertragbar
Erreger Treponema pallidum ssp. pallidum (Bakterium)
Therapie Antibiose (Penizillin)
Prognose bei rechtzeitiger Behandlung gut (sonst bleibende Schäden, Tod)
ICD-10 A50 Syphilis connata, A51 Frühsyphilis, A52 Spätsyphilis, A53 sonstige Syphilis

Geschichte

Histroische Syphilis Behandlung
Historische Syphilis-Behandlung mit Guayaco im Jahre 1570 (Abb.: Everett Historical | Shutterstock)

Inzwischen geht man davon aus, dass der Seefahrer Christoph Kolumbus und seine Mannschaft Syphilis nach Europa gebracht haben. Untersuchungen an den Skeletten der Männer haben einen Befall mit dem Syphilis-Erreger Treponema pallidum ergeben.

Man geht allerdings davon aus, dass das Bakterium damals noch nicht über Sexualkontakte übertragen wurde, sondern sich erst später in Europa anpasste, um diesen Infektionsweg zu nutzen.

Die erste große dokumentierte Syphilis-Epidemie in Europa datiert auf das Jahr 1495.


Patientenerfahrungen

Hast Du den Verdacht, unter Syphilis zu leiden? Warum? Welche Symptome treten auf? Warst Du schon beim Arzt? Was hat der gemacht?

Schreib uns Deine Erfahrungen – direkt unter diesem Artikel, in den Kommentaren. Das funktioniert ganz ohne lästige Anmeldung und hilft anderen Betroffenen.

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Quellen

  • Oslo-Studie: Studie zum Verlauf der Syphilis ohne Behandlung E.Gurney Clark, Niels Danbolt, The Oslo study of the natural history of untreated syphilis: An epidemiologic investigation based on a restudy of the Boeck-Bruusgaard material a review and appraisal, Journal of Chronic Diseases, Volume 2, Issue 3, 1955, Pages 311-344, ISSN 0021-9681, PMID: 13252075 | URL: https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/0021968155901399
  • S2k-Leitlinie Diagnostik und Therapie der Syphilis
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Sebastian Fiebiger

Sebastian ist Diplom-Wirtschaftsinformatiker und arbeitet seit 24 Jahren für medizinische Publikationen. Er engagiert sich in Distributed Computing Projekten zur medizinischen Forschung. Sebastian ist verheiratet, hat ein Kind und lebt in Berlin. Profil | Twitter | Instagram | LinkedIn

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