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Ruhepuls Normalwerte

Welcher Puls ist normal?

Was ist der Puls?

Als Puls (lateinisch für Stoß) wird die menschliche Herzfrequenz bezeichnet. Der Pulswert bezeichnet die Anzahl der Herzschläge und damit auch die Anzahl der vom Herz ausgelösten Pulswellen im Blutgefäßsystem pro Minute.

Als Ruhepuls wird die Herzfrequenz bezeichnet, die ein Mensch in Ruhe – also ohne physische Aktivität – aufweist. Ein niedriger Ruhepuls gilt gesundheitlich als vorteilhaft.

Lesezeit: 4 Minuten

Der normale Puls

Alter / Personengruppenormaler Ruhepuls
Baby / Neugeborenes140
Kleinkind (2 Jahre)120
Kind (4 Jahre)100
Kind (10 Jahre)90
Jugendlicher (14 Jahre)85
Erwachsenene Frau60-75
Erwachsener Mann65-80
Senioren80-85
Sportler40-60
Bradykardie (Langsamherzigkeit)< 60
Tachykardie (Herzrasen)> 100

Wie hoch ist der normale Ruhepuls?

Ein gesunder Mensch hat im Ruhezustand einen Puls von durchschnittlich 50 bis 100 Schlägen in der Minute. Bei einem Erwachsenen sind 70 Schläge ideal, bei Säuglingen 130, Kinder kommen auf Werte um 100. Bei älteren Menschen liegt der Normalwert bei 80. Trainierte Ausdauersportler haben meist ein vergrößertes Herz und ein erhöhtes Lungenvolumen. Dadurch vermindert sich der Puls in Ruhe auf 32 bis 45 Schläge.

Kann der Puls auch zu niedrig sein?

Ja, ein sehr niedriger Puls sollte medizinisch abgeklärt werden. Bei Werten von 40 Schlägen pro Minute oder darunter spricht man von einer Bradykardie – also einem zu langsamen Herzschlag. Ein zu niedriger Puls lässt sich in vielen Fällen mit einem Herzschrittmacher erfolgreich therapieren.

Bei Werten unter 30 Schlägen pro Minute drohen Ohnmachtsanfälle. Neben Medikamenten-Nebenwirkungen kommen für eine zu niedrigen Blutdruck auch organische Ursachen in Betracht – bspw. eine Störung der Erregungsbildung oder Erregungsleitung (AV-Block).

So misst man den Puls

Welcher Puls normal ist, hängt u.a. vom Lebensalter ab

Welcher Puls normal ist, hängt u.a. vom Lebensalter ab
Foto: closeupimages | Shutterstock

Günstig ist es, den Puls mit drei Fingern zu messen, um den gesamten Impuls zu erfassen. Der Daumen ist dabei zu vermeiden, da dieser selbst einen spürbaren Pulsschlag aufweist und das zu Verwechslungen führen kann. Pulsmessungen führt man am daumenseitigen Handgelenk, der Arteria radialis, an der Halsschlagader, der Kniekehle oder an den Schläfen durch.

In Notfällen, zum Beispiel bei Bewusstlosigkeit, ist es ratsam, den Puls am Hals zu messen, da sich dort auch noch sehr schwache Schläge registrieren lassen.

Natürlich lässt sich der Puls auch mit einem Blutdruckmessgerät oder modernen Pulsuhren für den Spot überprüfen.

Diese Faktoren erhöhen den Puls

Kaffee und Blutdruck

Koffeinhaltige Getränke erhöhen den Puls
(Foto: Rido81 | Bigstock)

  • Infektionen, Erkältung
  • Fieber
  • Stress, Aufregung, Nervosität
  • Kaffee, koffeinhaltige Getränke, Tee
  • niedriger Blutdruck
  • körperliche Belastung
  • Rauchen (Nikotin)
  • Lachen

Erhöhter Puls bei verschiedenen Krankheiten

Es gibt Erkrankungen, die den menschlichen Herzschlag beschleunigen:

Auch als Nebenwirkung eines Alkoholentzugs kann ein beschleunigter Puls auftreten.

Niedriger Puls bei bestimmten Krankheiten

Bei einigen Krankheiten ist der Puls verlangsamt:

Trainingspuls

Von der American Heart Association empfohlene Pulsbereiche für physische Aktivitäten nach Alter:

AlterHF maxZiel-Puls
4018090-153
4517588-149
5017085-145
5516483-140
6016080-136
6515578-132
7015075-128
HF max – maximale Herzfrequenz (Puls)

Typischer Puls bei Alltagsaktivitäten

AktivitätPuls
Ruhe 60-80
Handarbeit / leichte Arbeit90-110
Gespräche 70-90
ruhiges Filmgucken 70-85
spannende Filmszenen100-120
zügiges Gegen 110-120

Puls und Horrorfilme

Eine kleine, eher amüsante Studie1 hat untersucht, ob Menschen die Horrorfilme lieben, einen höheren oder niedrigeren Ruhepuls haben. Die Untersuchung an 200 Studenten kam zu dem Ergebnis, dass Studenten, die Horrorfilme mögen, einen höheren Puls haben. (81.47 vs. 79.46)

Quellen

  • Does normal pulse rate correlate with watching horror movies? – Autoren: Muhammad Imran Qadir, Muhammad AsifInstitute of Molecular Biology and Biotechnology, Baha Uddin Zakariya University, Multan, Pakistan – Publikation: Journal of Cardiology & Current Research Volume 12 Issue 2 – 2019 – URL: https://medcraveonline.com/JCCR/JCCR-12-00433.pdf
  • Herzfrequenz: klinische Variable und Risikomarker
    Custodis, F ; Reil, J.-C ; Schirmer, S ; Adam, O ; Möhlenkamp, S ; Laufs, U ; Böhm, M – Deutsche Medizinische Wochenschrift, 2014, Vol.139(33), pp.1661-1672 | PMID: 25093954 | DOI: 10.1055/s-0034-1370223
  • Herzfrequenz und Frequenzkontrolle – Heart rate and rate control
    Custodis, F. ; Reil, J.-C. ; Laufs, U. ; Böhm, M. – Der Internist, 2012, Vol.53(1), pp.6-13 | PMID: 22119905 | DOI: 10.1007/s00108-011-2887-3
  • Posttraumatische Belastungsstörung : Herzfrequenz steigt in Stresssituationen überproportional
    PiD – Psychotherapie im Dialog, 2016, Vol.17(04), pp.7-7 | DOI: 10.1055/s-0042-116694
  • Depression und Herzinfarkt – Herzfrequenz beachten und optimieren
    Wolf, K.; Diabetes aktuell, 2013, Vol.11(04), pp.182-182
  • Ein Blick auf die Herzfrequenz mit Cardiio
    Karaböcek, Fadime ; Winkelmann, Jan ; Wilhelm, Thomas ; Kuhn, Jochen – Physik in unserer Zeit, July 2016, Vol.47(4), pp.201-202 | DOI: 10.1002/piuz.201690067
  • Illustration: 260820574, Bigstock, LuckyStep48


Medizinjournalist


Sebastian () arbeitet seit Jahren für medizinische Publikationen. Er engagiert sich in Distributed Computing Projekten zur medizinischen Forschung. Sebastian ist verheiratet, hat ein Kind und lebt in Berlin.


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