
Im Alter verändert sich der minimale Sehabstand
Im Alter vergrößert sich die „Naheinstellungsgrenze“ des menschlichen Auges. Die minimale Entfernung vom Auge, ab der der Mensch scharf sieht, steigt an. Man spricht von der „Altersweitsichtigkeit“. Wir sagen, wie hoch die Schwelle ist.
Minimaler Sehabstand im Alter (Tabelle)
Der minimale Abstand, den Objekte vom Auge haben müssen, damit wir sie scharf sehen – in Abhängigkeit vom Lebensalter:
| Alter | Naheinstellgrenze |
|---|---|
| 5-20 Jahre | 7-10 cm |
| 20-30 | 10-13 cm |
| 30 - 40 Jahre | 13-20 cm |
| 40 - 50 Jahre | 20-50 cm |
| 50 - 60 Jahre | 50-65 cm |
| 60 - 70 Jahre | 65-72 cm |
Beim Kamera-Objektiv kennt das jeder Fotograf. Wenn man dem Sujet zu nahe kommt, gelingt keine Scharfstellung mehr. Das gleiche „Problem“ hat natürlich auch das menschliche Auge. Ist es in jungen Jahren noch „macrotauglich“ und kann auch Objekte scharf sehen, die ihm ganz nah sind, vergrößert sich die Naheinstellgrenze im Alter.
Altersweitsichtigkeit (Presbyopie)
Die meisten Menschen bemerken das, wenn die Grenze für scharfes Sehen 30 Zentimeter übersteigt. Die Arme werden immer länger, wenn man aufs Handy schauen oder ein Buch lesen will. Eine Lesebrille ist für die meisten Menschen die lästige, aber hilfreiche Konsequenz.
Ursächlich ist die abnehmende Flexibilität der Linse unserer Augen. Die Augenmuskulatur schafft es irgendwann nicht mehr, die Linse so stark zu verformen, wie es für einen scharfen Seheindruck nötig wäre.
ICD-10: H52.4 Presbyopie
Ärztliche Anlaufstellen: Augenarzt
