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Blutdruck ▷ Ursachen für hohen Blutdruck - Was tun?

Ein Blutdruck von mehr als 140 / 90 gilt als erhöht

Ein Blutdruck von mehr als 140 / 90 gilt als erhöht (Foto: Helmut Spoonwood | Shutterstock)

Der normale Blutdruck

Ein normaler Blutdruck (Normalwert) ist eine Voraussetzung für ein gesundes Leben. Bluthochdruck gehört zu den bedeutendsten Gesundheitsrisiken des Menschen. Als normaler Blutdruck gelten Werte zwischen 100 und 130 mmHg systolisch.

Zielwert: Als medizinisch “optimal” gelten Blutdruckwerte unter 120 zu 80. Es handelt sich bei der gängigen Blutdruckmessung am Oberarm um die Erfassung des arteriellen Blutdrucks in den herznahen Arterien.

Lesezeit: 10 Minuten

* Blutdruckwerte: Richtwert der American Heart Association und des American College of Cardiology. Die anderen Werte sind die Normwerte der Hochdruckliga und der European Society of Cardiology. Die Hypertonie Grade entsprechen der Klassifizierung der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Einheit: mmHg (Millimeter Quecksilbersäule)

Blutdruck: die beiden Werte

Der ermittelte Blutdruck setzt sich aus zwei Werten zusammen: dem systolischen und dem diastolischen. Die Systole beschreibt den Druck in den Arterien während des Blutausstroms aus dem Herzen und die Diastole denjenigen der Füllungsphase des Herzens. Die Höhe des Blutdrucks wird von vielen Faktoren beeinflusst. Körperliche Anstrengung oder nervlicher Stress treiben ihn kurzzeitig in die Höhe, ohne dass das einen Krankheitswert hat.

Blutdruckschwankungen

Blutdruckschwankungen kommen relativ häufig vor und sind im bestimmten Rahmen auch nicht krankhaft. Starke Blutdruckschwankungen und Schwankungen des Blutdrucks, die neu aufgetreten sind, sollten aber ärztlich abgeklärt werden, da sie Anzeichen einer ernsthaften Erkrankung sein können.

Bei der Diagnose eines schwankenden Blutdrucks sind regelmäßige Messungen im Tagesverlauf hilfreich. Wird die Blutdruckkurve dann mit Notizen des Tagesablaufs abgeglichen, sind häufig Faktoren erkennbar, die den Blutdruck beeinflussen.

Weißkitteleffekt

Wie sensibel der Blutdruck auf Stress und Aufregung reagieren kann, zeigt der sogenannte „Weißkitteleffekt“. Viele Patienten zeigen bei der Messung in der Sprechstunde ihres Arztes deutlich höhere Werte als bei der Selbstmessung. Die angespannte Situation in der Behandlung und die Gegenwart eines Arztes steigern die Nervosität und damit den Blutdruck.

Der normale Blutdruck nach Lebensalter

Altersystolisch in mmHGdiastolisch in mmHG
Frühgeborene45-50
Neugeborene70-80
Baby (bis 3 Monate)70-85
Kleinkind (bis 1 Jahr)85-9560
Kind (bis 9 Jahre)95-10060-70
Jugendlicher (bis 14 Jahre)101-11068-74
Erwachsener120-12980-84
Senioren< 140< 90

▷ Details zum normalen Blutdruck.

Isolierte systolische Hypertonie (Altershochdruck)

Blutdruckwerte im Alter: Bei ausschließlich systolischer Druckerhöhung spricht man häufig vom sogenannten „Altershochdruck“, denn der systolische Blutdruck steigt mit zunehmendem Lebensalter kontinuierlich an, während der diastolische im sechsten Lebensjahrzehnt seinen Zenit erreicht und danach häufig wieder rückläufig ist.

Die Bezeichnung „Altershochdruck“ verharmlost dieses Krankheitsbild allerdings. Patienten profitieren von einer Senkung des systolischen Drucks.

Hinweis: Sprechen Sie auch bei isoliert erhöhten systolischen Werten mit Ihrem Arzt.

Blutdruck bei Kindern

Für Kinder gibt es keine Pauschalwerte für den normalen Blutdruck. Kinder befinden sich in einem dynamischen Wachstums- und Entwicklungsprozess und die körperliche Entwicklung ist sehr individuell.

Zur Bestimmung des Normalwerts nutzt man Perzentilenkurven, die das Lebensalter und die Körpergröße berücksichtigen. Die Kurven zeigen einen Korridor, in dem sich 95 Prozent der vergleichbar entwickelten Kinder befinden. Weicht der Blutdruck davon nach oben ab, besteht Abklärungsbedarf.Kindliche Hypertoniker sind zwar selten, aber der Trend ist steigend. Es ist vermutlich unsere westliche Lebensweise – geprägt von Bewegungsmangel und Überernährung – die auch im Kindesalter den Bluthochdruck auf den Vormarsch schickt. Das Fatale: Da Bluthochdruck nur selten symptomatisch wird, bleibt er meist unentdeckt und kann mittelfristig Folgeschäden auslösen.

Ab dem dritten Lebensalter Blutdruck prüfen

Es ist daher ratsam, auch bei Kindern den Blutdruck von Zeit zu Zeit zu überprüfen – idealerweise in einer 24-Stunden-Messung – und mit den Referenzkurven zu vergleichen. Besonders gefährdet sind übergewichtige Kinder und solche, die aus Familien stammen, die bereits von Bluthochdruck geprägt sind.

Faktoren, die den Blutdruck erhöhen

  • koffeinhaltige Getränke (Cola, Tee, Kaffee)
  • hoher Salzkonsum
  • Stress, Aufregung, Nervosität
  • körperliche Anstrengung
  • Infektionen, Erkältung
  • Fieber

Blutdrucktabelle: Richtwerte für Erwachsene

Einstufungsystolisch in mmHgdiastolisch in mmHg
Hypotonie< 90< 60
niedrig< 110< 70
optimal< 120< 80
normal< 130< 85
hochnormal130-13985-89
Hypertonie Grad I140-15990-99
Hypertonie Grad II160-179100-109
Hypertonie Grad III> 180> 110
Hypertensiver Notfall> 210110-140
systolische Hypertonie> 140< 90
US-Grenzwert1 für Bluthochdruck bis 2017> 140> 90
US-Grenzwert1 für Bluthochdruck seit 2017> 130> 80

Krankhafte Ursachen für zu hohen Blutdruck

Folgende Erkrankungen haben einen hohen Blutdruck als Begleiterscheinung:

Erhöhter Blutdruck als Begleitsymptom anderer Krankheiten
Borreliose
Burnout Syndrom
Hashimoto
Histaminintoleranz
Leberzirrhose
Menopause
Nierenentzündung
Niereninsuffizienz
Nierenversagen
Magnesiummangel
Präeklampsie
Schilddrüsenüberfunktion
Wechseljahre

Auch diverse Herzkrankheiten können sich in einem erhöhten Blutdruck manifestieren.

Auch die folgenden medizinischen Indikationen  kommen als Ursache für einen hohen Blutdruck infrage:

Hypertonie: Bluthochdruck

Liegen die Blutdruckwerte allerdings dauerhaft über 140/90 mmHg, so liegt eine Hypertonie, also das Krankheitsbild des Bluthochdrucks vor. Die Gefahr dieser Krankheit liegt in der folgenden Schädigung der Gefäßwände durch die permanente Überbelastung der Arterien. Dadurch steigt das Risiko, einen Schlaganfall, einen Herzinfarkt oder eine Lungenembolie zu erleiden.

Zur Behandlung einer bestehenden Hypertonie ist es wichtig, ein eventuell vorhandenes Übergewicht über eine den Hochdruck angepasste Diät zu reduzieren. Eine kochsalz- und fettarme Ernährung, sowie ausreichend körperliche Bewegung tragen hierzu bei und stärken gleichzeitig die Blutgefäße. Des Weiteren sollten Alkohol und Nikotin gemieden und eine Dauerbelastung durch Stress, Ängste oder Konflikte mittels Entspannungsübungen behoben werden. Die Blutdrucksenkung über Medikamente – bspw. Betablocker – ist immer nur die zweite Wahl.

Trend: Blutdruck-Normalwerte

Ein normale Blutdruck ist eine wichtige Voraussetzung für körperliche Gesundheit

Ein normaler Blutdruck ist eine wichtige Voraussetzung für körperliche Gesundheit (Foto: Piotr Adamowicz | Shutterstock)

In der Wissenschaft wird der Normalbereich für den menschlichen Blutdruck kontrovers diskutiert. Während eine ganze Reihe von Medizinern inzwischen höhere Grenzwerte befürwortet, um gerade ältere Patienten nicht unnötig medikamentös therapieren zu müssen, sprechen sich Befürworter von Blutdrucksenkern für niedrigere Werte aus, um frühzeitig Gefäß- und Folgeschäden vorzubeugen.

Die „European Society of Hypertension“ (ESH) und die „European Society of Cardiology“ (ESC) haben ihre Empfehlungen erst 2013 nach oben angepasst. Statt bislang 130 zu 80 gilt fortan erst 140 zu 90 als medikamentös behandlungsbedürftiger Blutdruck. Für Menschen über 80 Jahren hat man den Wert sogar auf 160 (systolisch) angehoben. Ein erhöhter Blutdruck unterhalb dieser Schwellen solle – so die Wissenschaftler – durch Ernährungsumstellung und Bewegung therapiert werden.

Eine umstrittene US-Studie aus 2016 kommt hingegen zu dem Ergebnis, dass Patienten davon profitieren, wenn man ihren Blutdruck auf 120 (systolisch) absenkt. Deutsche Ärzte sehen das eher kritisch, da die Gesundheitsvorteile eines niedrigeren Blutdruckwerts gegen die Nebenwirkungen der Medikamente abgewogen werden müssen.

In den USA gibt es einen gegenläufigen Trend. So haben die American Heart Association und das American College of Cardiology ihre Grenzwerte erst 2017 von 140 zu 90 auf 130 zu 80 abgesenkt und damit die Anzahl der Bluthochdruck-Patienten deutlich erhöht. Schätzungen gehen von ca. 30-40 Millionen zusätzlichen Bluthochdruck-Betroffenen aus.

Sport und körperliche Aktivität

Regelmäßige körperliche Bewegung wirkt sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System aus und kann Bluthochdruck vorbeugen. Dafür reichen schon gemäßigte Aktivitäten. Insbesondere, wenn der Blutdruck bereits die Normwerte überschreitet, sollte Bewegung regelmäßig, aber dosiert stattfinden. Das bezieht sich auf den Grad der Belastung, der immer auf die Konstitution des Betroffenen abgestimmt sein sollte, aber auch auf die Art der sportlichen Betätigung.

Geeignete Sportarten

Geeignet ist jeglicher Ausdauersport. Dazu zählen u.a. Joggen, Walking, Radfahren, Schwimmen und Wandern. Daneben empfiehlt sich der gezielte Muskelaufbau durch Krafttraining, allerdings ebenfalls wohldosiert.

Beim Ausdauertraining sollte darauf geachtet werden, dass sich der Puls in einem moderaten Rahmen bewegt. Dafür gibt es Trainingsplus-Empfehlungen.

Dem Körper sollen keinesfalls Höchstleistungen abverlangt, geschweige denn soll er überlastet werden. Ziel ist die Leistungsfähigkeit des Herzens, welches unermüdlich das Blut pumpt, langsam zu steigern. Wichtig ist Regelmäßigkeit. Ideal sind drei bis fünf Einheiten von etwa 30 Minuten pro Woche. Anfangs kann die Belastungsdauer geringer sein – das optimale Pensum unterscheidet sich nach der individuellen Belastbarkeit.

Leichtes Krafttraining: Werden durch leichtes Krafttraining zusätzlich gezielt Muskelgruppen gestärkt, wirkt sich das positiv auf den Stoffwechsel aus. Dabei wird mit weniger Gewicht, aber vielen Wiederholungen gearbeitet.

Wer das wöchentliche Idealpensum nicht schafft, ist dennoch gut beraten, sich regelmäßig zu bewegen. Spaziergänge an der frischen Luft sind für den Blutdruck besser, als ein völliger Mangel an körperlicher Aktivität.

Bei akutem Bluthochdruck ist es außerdem ratsam, sich vorab untersuchen und einen auf die Konstitution abgestimmten Belastungsplan erstellen zu lassen, der kontinuierliche, wiederkehrende Bewegungsabläufe umfasst.

Hoher Blutdruck

Welche Beschwerden treten bei zu hohem Blutdruck auf?

Im Gegensatz zu den Betroffenen, die unter einem zu niedrigen Blutdruck wirklich leiden, geht es den Bluthochdruck-Patienten grundsätzlich erst einmal bestens.

Der Begriff „Patient“ ist hier bewusst gewählt, denn ein Bluthochdruck kann – wenn er über längere Zeit hinweg besteht – gefährlich für das gesamte Herz-Kreislauf-System werden.

Leider kommt es bei der Hypertonie lange nicht zu Beschwerden. Im Gegenteil, die Betroffenen fühlen sich aktiv und munter. Erst wenn der Bluthochdruck bereits bedrohliche Ausmaße annimmt oder über einen längeren Zeitraum hinweg besteht, machen sich die ersten Symptome bemerkbar. Die Symptome sind in der Regel recht unspezifisch:

  • morgendliche Kopfschmerzen (meistens im Hinterkopf)
  • Schlafstörungen
  • Müdigkeit
  • Ohrensausen (Tinnitus)
  • Schwindel
  • Übelkeit
  • Nasenbluten
  • sichtbare Äderchen im Gesicht
  • errötetes Gesicht
  • Nervosität
  • Ungeduld
  • Kurzatmigkeit

Bluthochdruck gilt daher als „stille Gefahr“. Darum sollte der Blutdruck anlasslos und regelmäßig durch Messungen überprüft werden.

Hypertensive Krise

Plötzlich stark ansteigende Blutdruckwerte auf über 200 zu 120 bezeichnet man als hypertensive Krise. Sie ist ein medizinischer Notfall bedarf sofortiger medizinischer Behandlung.

Bei Blutdruckwerten von über 200, zu über 120 mmHg, kann es zu Krampfanfällen und Atemnot kommen. Die Betroffenen fühlen sich benebelt und fallen im schlimmsten Fall ins Koma. Es besteht akute Lebensgefahr.

Hinweis: Wählen Sie bei einer hypertensiven Krise bitte 112 und fordern Sie sofort notmedizinische Hilfe an.

Studien

Einsamkeit und Bluthochdruck

Einsamkeit erhöht einer US-Studie zufolge das Risiko für Bluthochdruck. Die Untersuchung der Universität von Chicago kam zu dem Ergebnis, dass der Blutdruck einsamer Menschen um bis zu 30 mmHg höher ist als der von gut vernetzten Menschen. Die Bluthochdruck-Neigung einsamer Menschen nimmt im Alter zu.


Medizinjournalist


Sebastian () arbeitet seit Jahren für medizinische Publikationen. Er engagiert sich in Distributed Computing Projekten zur medizinischen Forschung. Sebastian ist verheiratet, hat ein Kind und lebt in Berlin.


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Quellen und weiterführende Literatur

  • Ibuprofen erhöht den Blutdruck – Einecke, Dirk – MMW – Fortschritte der Medizin, 2017, Vol.159(16), pp.19-19 – DOI: 10.1007/s15006-017-0041-4
  • Vegetarier haben niedrigeren Blutdruck – MMW – Fortschritte der Medizin, 2014, Vol.156(5), pp.1-1 – DOI: 10.1007/s15006-014-2733-3
  • Hypertonie-Studie mit überraschendem Ergebnis: Kaffee senkt den Blutdruck – Zidek, Walter – CardioVasc, 2015, Vol.15(3), pp.60-60 – DOI: 10.1007/s15027-015-0643-7
  • Arterieller Blutdruck. In Taschenatlas Physiologie. – Silbernagl, S. & Despopoulos, A., 2012. Stuttgart: Georg Thieme Verlag. – DOI: 10.1055/b-0034-49914
  • Blutdruck in Deutschland 2008–2011 Blood pressure in Germany 2008–2011 – Neuhauser, H. ; Thamm, M. ; Ellert, U. – Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz, 2013, Vol.56(5), pp.795-801 – DOI: 10.1007/s00103-013-1669-6
  • Körperliche Aktivität beeinflusst den Blutdruck früh : Int J Cardiol 2015;180:165–170 – Das Gesundheitswesen, 2015, Vol.77(04), pp.238-238 – DOI: 10.1055/s-0035-1548903
  • Blutdruck (Hypertonie – Hypotonie). In Internistische Therapie. – Wenzel, R.R., 2016. 15 – pp. 489–517. – DOI: 10.1016/B978-3-437-41653-8.00015-2
  • Hoher Blutdruck ein Leitfaden für Klinik und Praxis – Autoren: Reinhard Gotzen, Friedrich Wilhelm Lohmann – Erscheinungsjahr: 1991 – Verlag: Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart – ISBN: 1-281-11452-9 – DOI: 10.1007/b138735
  • Blutdruck: Für Alte gelten andere Regeln . Autor: Prof. Dr. med. H. Holzgreve – Quelle: MMW – Fortschritte der Medizin, 2018, Vol.160(16), pp.37-37 – ISSN: 1438-3276 – DOI: 10.1007/s15006-018-0934-xVerlag: Springer Science & Business Media B.V.
  • Kommt der Blutdruck vor dem Blutzucker? – Autor: Dr. med. Michael Hubert – Quelle: Info Diabetologie, 2015, Vol.9(3), pp.70-70 – ISSN: 1865-5459
    DOI: 10.1007/s15034-015-0611-4Verlag: Springer Science & Business Media B.V.
  • Deutsche Hochdruckliga e.V. (DHL)
  • Deutsche Herzstiftung e.V.
  • European Society of Hypertension (ESH)
  • European Society of Cardiology

Lesezeit: 10 Minuten

Nach medizinwissenschaftlichen Standards erstellt und geprüft. [Hinweise]
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