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Hyperthyreose

Schilddrüsenüberfunktion

Ultraschall-Untersuchung der Schilddrüse

Ultraschall-Untersuchung der Schilddrüse
Foto: alexraths | Bigstock

Was ist eine Schilddrüsenüberfunktion?

Bei der Schilddrüsenüberfunktion (med.: Hyperthereose) handelt es sich um eine Funktionsstörung der Schilddrüse. Die überproduktive Schilddrüse überschwemmt den Organismus mit Hormonen. Da die Schilddrüsenhormone T3 und T4 beinahe jede Zelle erreichen und einen stimulierenden Einfluss haben, kann ein zu viel des Guten zum Beispiel das Herz-/Kreislaufsystem sowie den Magen-/Darmtrakt belasten und möglicherweise die Osteoporose beschleunigen.

Jede Überfunktion, auch eine leichte (latente) Form, sollte nach Möglichkeit sofort behandelt werden. Da die Palette an Symptome sehr breit sein kann und sich die Symptomatik häufig langsam entwickelt, weist diese nicht immer gleich auf eine veränderte Stoffwechsellage der Schilddrüse hin.

ICD-10: E05 Hyperthyreose Ärztliche Anlaufstellen: Hausarzt, Allgemeinmediziner, Endokrinologe

Lesezeit: 4 Minuten

Schilddrüsenüberfunktion Symptome

Die typischen Anzeichen der Hyperthyreose
Zittern
warme, feuchte Haut
Nervosität
unerklärlicher Gewichtsverlust
Aggressivität
Stimmungsschwankungen
Abneigung gegen warme Umgebung
innere Unruhe
Gliederschmerzen
Haarausfall
brüchige Nägel
Schlafstörungen
Schweißausbrüche
leichtes Fieber
Bluthochdruck
erhöhter Puls
Herzrasen
Herzrhytmusstörungen
in schweren Fällen: Bewusstseinsstörungen, Desorientierung
Muskelschmerzen
Menstruationsstörungen, Zyklusstörungen
Potenzstörungen, Libidoverlust
Durchfall
vermehrter Durst
Muskelschwäche
Erbrechen
Vitiligo (weiße Flecken auf der Haut)
Fruchtbarkeitsprobleme
bei Morbus Basedow: hervortretende Augäpfel, Sehstörungen, Doppelbilder, Lichtscheu, Rötung der Augen, vermehrter Tränenfluss, Schwellung der Augenlider, Lichtempfindlichkeit
schnelle Erschöpfbarkeit
Kropfbildung
Kraftlosigkeit
Nachtschweiß
übermäßiges Schwitzen
Hitzewallungen
Unfruchtbarkeit
Nervosität
Ruhelosigkeit
Angespanntheit
Muskelkrämpfe
Übelkeit
Sehstörungen

Lage der Schilddrüse

Lage der Schilddrüse im menschlichen Körper

Lage der Schilddrüse im menschlichen Körper
Abb. goa novi | Bigstock

Schilddrüsenüberfunktion Symptome im Detail

Es gibt sowohl die nach außen hin sichtbaren Symptome einer möglichen Schilddrüsenüberfunktion als auch Beschwerden, die die inneren Organe betreffen.

Ein häufig auftretendes Symptom ist die tastbare und sichtbare Vergrößerung der schmetterlingsförmigen Drüse (beim Kropf) selbst. Auch ist das größte Organ des Körpers – die Haut – betroffen. Da die Wärmeregulation gestört sein kann, treten selbst bei normaler Außen- oder Innentemperatur vermehrtes Schwitzen und eine Temperaturerhöhung auf, gepaart mit einer warm-feuchten Haut, die gut durchblutet wirkt.

Als Hautanhangsgebilde können sogar die Haare ausfallen. Augensymptome sind eine vermehrte Lichtempfindlichkeit, Doppelsehen und ein Hervortreten der Augäpfel (Morbus Basedow).

Am deutlichsten weisen Herzrhythmusstörungen bis hin zum Vorhofflimmern, ein unregelmäßiger schneller Puls und erhöhter Blutdruck auf einen Anstieg der Schilddrüsenhormone im Blutkreislauf hin.

Häufig genannte Beschwerden betreffen die Gemütslage des Erkrankten. Es wird über Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen berichtet, nicht selten werden an sich selbst Nervosität, Reizbarkeit, Angetriebenheit und damit einhergehend auf der mentalen Ebene ein Verlust der Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit festgestellt.

Auf der körperlichen Ebene machen sich eine Neigung zu Durchfall, Heißhungerattacken und widersinnigerweise Gewichtsverlust bemerkbar.

Schematische Darstellung der Schilddrüse

Schematische Darstellung der Schilddrüse
Abb.: Sciencepics | Bigstock

Auch der Abbau von Muskulatur im Schulter- und Beckengürtel und eine allgemeine körperliche Erschöpfung können Hinweise auf eine Hyperthyreose liefern.

Auswirkungen auf das Nervensystem können sich in unkontrolliertem Zittern der Finger bei ausgestreckter Hand, sowie in einer allgemeinen Reflexsteigerung (z. B. Achillessehnenreflex) äußern. Zudem hat eine Störung der T3/T4 Produktion erhebliche Auswirkungen auf Libido, Potenz und den weiblichen Zyklus und damit auch auf die Fruchtbarkeit.

Viele der genannten (unspezifischen) Symptome gelten als Begleiterscheinung des Alterungsprozesses und werden daher eher bei jüngeren Menschen als mögliche Schilddrüsen-Symptomatik wahrgenommen und führen schneller zu einer zielführenden Diagnose.


Medizinjournalist


Sebastian () arbeitet seit Jahren für medizinische Publikationen. Er engagiert sich in Distributed Computing Projekten zur medizinischen Forschung. Sebastian ist verheiratet, hat ein Kind und lebt in Berlin.


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Quellen und weiterführende Literatur

  • Hyperthyreose – Krankheiten des endokrinen Systems – Autoren: Wolfgang Piper – Publikation: Innere Medizin S. 537 – 545 – DOI: 10.1007/978-3-642-33108-4_6
  • Hyperthyreose bei Kindern und Jugendlichen – Autoren: Krude, Heiko ; Grüters-Kieslich, Annette – Publikation: Pädiatrische Endokrinologie und Diabetologie, 2019-11-17, p.395-399 – DOI: 10.1007/978-3-662-57309-9_29
  • So erkennen und behandeln Sie die Hyperthyreose: Update zur Diagnostik und Therapie der Schilddrüsenüberfunktion – Autoren: Schmidt, Matthias – Publikation: CME (Berlin, Germany), 2017-06, Vol.14 (6), p.9-23 – DOI: 10.1007/s11298-017-5982-5
  • Bereits subklinische Hyperthyreose erhöht das Risiko für Knochenbrüche – Autoren: Leiner, Peter – Publikation: Orthopädie & Rheuma, 2015-08, Vol.18 (4), p.10-10 – DOI: 10.1007/s15002-015-0649-7
  • Ab wann muss eine Schilddrüsenüberfunktion behandelt werden?: Häufige Hormonstörung mit breitem klinischen Spektrum – Autoren: Beuschlein, Felix – Publikation: MMW Fortschritte der Medizin, 2008-08, Vol.150 (36-37), p.28-28 – DOI: 0.1007/BF03365546
  • Prävention – Schilddrüsenüberfunktion erhöht Brustkrebsrisiko – Autoren: – Publikation: Senologie (Stuttgart), 2016-06, Vol.13 (2), p.54-54 – DOI: 10.1055/s-0036-1580163
Nach medizinwissenschaftlichen Standards erstellt und geprüft. [Hinweise]
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