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Ursachen und Hilfe

Augenlid zuckt – Was tun?

Untersuchung beim Augenarzt

Ein zuckendes Augenlid ist fast immer harmlos und verschwindet meist ohne Behandlung
Foto: baranq | Shutterstock

Was ist Augenlidzucken?

Augenlidzucken sind unwillkürliche Muskelkontraktionen (Faszikulationen) der Muskulatur der Augenlider. Muskelzucken tritt bei den meisten Menschen sporadisch in verschiedenen Körperregionen auf. Meist bleibt es gänzlich unbemerkt.

Zucken allerdings die sensiblen Muskeln der Augenregion, löst das nicht selten Angst bei den Betroffenen aus. Schnell kreisen die Gedanken um ernsthafte neurologische Erkrankungen wie Schlaganfall, multiple Sklerose, Parkinson oder Hirntumore. Dabei ist dieses Muskelzucken fast immer harmlos.

Vorsicht ist allerdings dann geboten, wenn die Bewegung des Augenlids über ein kurzes, unwillkürliches Zucken hinausgeht und sich das Augenlid komplett schließt. Dann sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.


ICD-10: R25.3 Faszikulation Ärztliche Anlaufstellen: Hausarzt, Allgemeinmediziner, Augenarzt, Neurologe Synonyme: Lidzucken, zuckendes Augenlid, Lidflattern, Augenzucken

Lesezeit: 8 Minuten

Wenn das Augenlid zuckt, ist das eine lästige Angelegenheit und die meisten Betroffenen sind zunächst ängstlich und verunsichert. Die Gedanken kranken schnell um ernsthafte neurologische Erkrankungen. Dabei ist Augenlidzucken in den allermeisten Fällen ein harmloses Muskelzucken, das nur deshalb als so dramatisch wahrgenommen wird, weil wir am Auge sehr empfindsam sind.

Muskelzucken in anderen Körperregionen bleibt oft weitgehend unbemerkt. Ein Augenlid, das zuckt ist auch dann fast immer harmlos, auch wenn es an mehreren Tagen wiederholt auftritt.

Die Betroffenen nehmen das Zucken deutlich stärker wahr als die Umwelt. Obwohl man das Augenlidzucken zwar im Spiegel beobachten kann, sind die Bewegungen so kurz und klein, dass sie Dritten nur selten auffallen.

Ursachen für Augenlidzucken

Die Ursachen für Lidzucken
psychischer Streß
Magnesiummangel
hohe körperliche Überlastung / Überlastung
Müdigkeits- und Erschöpfungszustand
dauerhaftes Übertraining
gestörter Mineralstoffwechsel
Vitamin B Mangel
Überanstrengung der Augen (Lesen, Computerarbeit)
Durchfall (Mineralstoffmangel)
Infektion des Auges
Gerstenkorn
Fremdkörper im Auge
störende Wimper
Vitamin B12 Mangel
Schlafmangel, Schlafstörungen
trockene Augen
falsche Brillenstärke
kleinste Verletzungen der Hornhaut (bspw. durch das lange Tragen von Kontaktlinsen)
Allergien
neurologische Erkrankungen (Multiple Sklerose, Neuropathie etc.)
Zugluft
Überlastung der Augen durch unentdeckte Fehlsichtkeit
Nervenschäden durch hohen Nikotinkonsum
erhöhter Muskeltonus durch hohen Koffeinkonsum (Kaffee, Energydrinks)
Schilddrüsenüberfunktion
Hirntumor
Spasmen (Spasmus hemifacialis)

Als häufigste Ursachen für ein zuckendes Augenlid gelten Mineralstoffmangel (z.B. Magnesiummangel) – zum Beispiel in Folge von erhöhter körperlicher Aktivität oder einseitiger Ernährung – und Stress. Ein Mineralstoffmangel kann auch durch Durchfall ausgelöst werden.

Nicht mehr harmlos: Komplett schließendes Augenlid

Ein Warnsignal sollte ein Augenlid sein, das sich komplett schließt. Ein sich unwillkürlich schließendes Auge könnte ein Anzeichen für eine Bewegungsstörung der Augenlider (Blepharospasmus) sein und gehört in immer ärztliche Behandlung.

Hausmittel: Augenlid zuckt – Das hilft

Hinweis: Die folgenden Maßnahmen basieren auf Patientenerfahrungen.  Es gibt bis dato keine wissenschaftlichen Studien, die die Wirksamkeit von Behandlungsmethoden bei Augenlidzucken untersucht haben.

Augenlidzucken „behandelt“ man am besten mit körperlicher und geistiger Ruhe sowie einer vitamin- und nährstoffreichen Ernährung. In der Regel verschwindet das Zucken innerhalb weniger Stunden oder Tage von selbst.

Das kann man selbst tun:

  • Ablenkung – körperliche und geistige Aktivität, die vom „Problem“ ablenkt
  • Reduktion von Stress
  • Entspannungsübungen
  • Magnesiumzufuhr
  • ausreichend trinken
  • Arztbesuch zur Beruhigung, Auflösung der Ängste
  • Zufuhr von Vitamin B
  • Befeuchtung der Augen mit Augen-Befeuchtungstropfen
  • Verzicht auf Koffein und Nikotin
  • sanfte Massage des Augenlids

Ein zuckendes Augenlid erleben die meisten Erwachsenen irgendwann. Man ist gut beraten, dem Symptom möglichst wenig Beachtung zu schenken. Umso schneller verschwindet es in aller Regel. Autogenes Training hat sich bei vielen Patienten ebenfalls als hilfreich erwiesen.

Ein Tag Urlaub und ein Tag ohne Stress kann das Problem des Muskelzuckens am Lied schnell vergessen machen. Das hilft vor allem dann, wenn man sich mit spannenden Aktivitäten ablenkt. Auch die Einnahme von Magnesium oder Aspirin hilft Patientenberichten zufolge bei einem Teil der Betroffenen.

Oft tritt ein zuckendes Augenlid nach stundenlanger Computerarbeit und in Verbindung mit trockenen Augen auf. Hier können Augenbefeuchtungstropfen und Augenentspannungsübungen hilfreich sein. Auch die Abstinenz vom Computerbildschirm und ein Spaziergang mit Fernblick entspannen die Augenmuskulatur.

Einige Patienten berichten auch von der beruhigenden Wirkung von Baldrian. (Tropfen, Kapseln, Tee etc.)

Wann zum Arzt?

Sollte das Zucken am Auge nicht verschwinden, es den Alltag erschweren oder Sorgen bereiten, ist ein Besuch beim Arzt / Augenarzt die beste Empfehlung. Der kann mit einfachen Untersuchungen ernsthafte Erkrankungen meist schnell ausschließen.

Die Empfehlung zum sofortigen Arztbesuch gilt auch, wenn – begleitend zum Augenlidzucken – weitere Symptome auftreten. Begleitende Rötungen oder Schwellungen am Auge deuten beispielsweise auf ein lokales Problem (Entzündung, Verletzung, Infektion o.ä.) hin und gehören in augenärztliche Behandlung.

Auch begleitende neurologische Symptome – wie Taubheitsgefühle, Kribbeln auch Sehstörungen – müssen umgehend abgeklärt werden, da sie auf schwerwiegende Erkrankungen hindeuten können.

Zu welchem Arzt kann ich mit Augenlidzucken gehen?

Die richtigen Ansprechpartner sind der Augenarzt und der Neurologe. Der Augenarzt wird insbesondere abklären, ob eine Erkrankung – etwa eine Infektion – oder eine Verletzung des Auges das Muskelzucken am Lid auslösen. Der Neurologe kann Nervenschäden, Tumore oder hirnbedingte Fehlsteuerungen als Ursache ausschließen.

Findet sich keine Ursache, kann auch ein Checkup beim Hausarzt zur Aufklärung beitragen. Ungleichgewichte im Hormonhaushalt oder Nährstoffmangelzustände lassen sich über Bluttests ermitteln. Eine Herz-Kreislauf-Diagnostik kann kreislaufbedingten Ursachen auf den Grund gehen.

Zuckendes Augenlid durch Magnesiummangel

Sollte ein Magnesiummangel ursächlich sein, treten meist noch weitere Symptome des Mangels auf. Kurzfristig kann dann auf Magnesiumpräparate zur Nahrungsergänzung zurückgegriffen werden. Langfristig ist aber eine Ernährung wichtig, die dem Körper ausreichend Magnesium zuführt.

Magnesium wird für die Kommunikation zwischen Nerv und Muskel benötigt. Ein Mangel kann diese Funktion stören und das Augenzucken hervorrufen.

Patientenerfahrungen

Einige Patienten haben positive Erfahrungen mit der Einnahme von Acetylsalicylsäure + Vitamin C gemacht. Auch Trinkampullen mit Magnesium und Vitamin D12 konnten in einigen Fällen die Beschwerden lindern.

Auch Schlafbrillen, wie man sie für das Flugzeug kennt oder kühlende Gelbrillen können die Entspannung der Augenmuskulatur unterstützten. Manchen Betroffenen hilft auch genau das Gegenteil – nämlich Wärme. Ein warmer Waschlappen, der über das Gesicht gelegt wird, kann zur Beruhigung der gesamten Gesichtsmuskulatur beitragen.

Tipps zur Vorbeugung

Gerade Bildschirmarbeiter sollten auf regelmäßige Arbeitspausen achten. Jede Stunde sollten mindestens 5 Minuten Sehpause eingelegt werden. Dabei kann man in die Ferne schauen, den Blick schweifen lassen oder auch die Augen schließen. Als sehr angenehm empfunden wird es auch, die Hände schnell aneinander zu reiben, bis sie warm werden und sie dann auf die geschlossenen Augen zu legen.

Weitere Maßnahmen vor Vorbeugung:

  • ausreichend trinken
  • ausgewogene Ernährung für optimale Mineralstoffversorgung
  • Maßnahmen zur Stressreduktion (Sport, Meditation, Yoga etc.)
  • Abbau von Übergewicht
  • ausreichender Schlaf
  • regelmäßiger Tagesablauf
  • Reduzierung des Koffeinkonsums

Warnung

Ganz selten liegen dem Augenzucken ernsthafte gesundheitliche Beschwerden zugrunde. Dazu gehören Tumore, Fehlfunktionen im Gehirn und Nervenschädigungen. Wenn das Augenlid also längere Zeit zuckt und sich mit den genannten Methoden nicht therapieren lässt, ist ein Arztbesuch anzuraten. Wenn die Beschwerden vom Hausarzt bagatellisiert werden, muss man ggf. selbst auf eine Überweisung zum Neurologen drängen.

Fragen und Antworten?

Sagt die Seite etwas über die Ursache des Augenlidzuckens aus?

Nein. Augenlidzucken tritt meist einseitig auf. Die Tatsache, ob das Augenlid links oder rechts zuckt, trägt nichts zur Diagnosefindung bei. Allerdings können die Augen verglichen werden, um begleitende Symptome – wie etwa Schwellungen oder Rötungen – zu identifizieren.

Wie kann Stress Augenlidzucken auslösen?

Psychischer Druck und Stress greifen als Auslöser für Hormonausschüttungen umfangreich in das hormonelle Geschehen unseres Körpers ein. Die sogenannten „Stresshormone“ Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol werden verstärkt ausgeschüttet.

Diese Hormonausschüttungen haben sich im Laufe der Evolution als vorteilhaft erwiesen, weil sie in klassischen Flucht- oder Kampfsituationen Energiereserven freisetzen. Sie erhöhen die Reaktionsfähigkeit der Muskulatur.

Wird der Stress nicht abgebaut – wir kämpfen heute selten gegen lebensbedrohliche Gegner – können die ausgesandten Nervenimpulse zu Muskelzucken führen. Und während die meisten Menschen das in den größeren Muskelgruppen nicht bemerken oder unbewusst ausblenden, fällt es am Augenlid besonders störend auf.

Kann Bluthochdruck der Auslöser von Augenlidzucken sein?

Es gibt zumindest die Theorie, dass dauerhaft erhöhte Blutdruckwerte die Neigung zu zuckenden Augenlidern erhöhen. Nerven und Blutgefäße verlaufen im Gehirn in unmittelbarer Nähe. Dehnt sich ein Blutgefäß in der Nachbarschaft eines Nervs aus, kann das durch den verringerten Abstand und eine daraus resultierende Berührung Fehlsignale auslösen.

Wie kann ein Magnesiummangel Augenlidzucken auslösen?

Magnesium ist ein Stabilisator der menschlichen Zellmembranen. Der Schwellenwert zu Weitergabe von Signalen zwischen Nervenzellen wird auch von deren Stabilisatoren bestimmt. Bei einem signifikanten Magnesiummangel werden die Nervenzellen leichter erregbar – der Schwellenwert sinkt infolge der durchlässigeren Membran. Zur potenziellen Symptomatik eines Magnesiummangels gehören daher viele neurologische Störungen.


Medizinjournalist


Sebastian () arbeitet seit Jahren für medizinische Publikationen. Er engagiert sich in Distributed Computing Projekten zur medizinischen Forschung. Sebastian ist verheiratet, hat ein Kind und lebt in Berlin.


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Quellen und weiterführende Literatur

  • Faszikulationen – Überblick über Pathophysiologic, klinische Bedeutung und Nachweis – Autoren: Wenzel, S ; Scheel, A. K ; Reimers, C. D – Publikation: Klinische Neurophysiologie, 1998, Vol.29 (4), p.271-279 – DOI: 10.1055/s-2008-1060136
  • Clinical and Electrophysiological Analysis of Chronic Eyelid Twitching – Autoren: Shih-Ying Lee, Szu-Chia Lai – Publikation: Acta Neurol Taiwan
    . 2017 Dec 15;26(4):177-183. – PMID: 30315563
  • Augenlider und Tränenwege – Autoren: Johann Schwegler, Runhild Lucius – Publikation: Der Mensch– Anatomie und Physiologie S. 175 – DOI: 10.1055/b-003-125850
Nach medizinwissenschaftlichen Standards erstellt und geprüft. [Hinweise]
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