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Behandlung, Symptome & Ursachen

Gerstenkorn am Auge

Gerstenkorn am Auge

Gerstenkorn am Auge
Foto: Heiko Barth | Shutterstock

Was ist ein Gerstenkorn?

Ein Gerstenkorn (med.: Hordeolum) ist eine Liddrüsenentzündung, die durch Bakterien hervorgerufen wird. Es kommt zur Eiterbildung und ein sichtbarer Abszess entsteht. Dieser hat in etwa die Größe und Form eines Gerstenkorns.

Äußeres Gerstenkorn: Beim sogenannten äußeren Gerstenkorn (Hordeolum externum) sind die Schweiß- bzw. Talgdrüsen des Augenlids von der bakteriellen Infektion betroffen. Da diese Drüsen am Lidrand liegen, entsteht der Abszess unmittelbar an den Wimpern bzw. in der Nähe der Kante des Lids.

Inneres Gerstenkorn: Eine Infektion der Innenseite des Augenlids verursacht beim inneren Gerstenkorn (Hordeolum internum) die Ausbildung einer Eiteransammlung. Der Abszess befindet sich typischerweise auf der Innenseite des Augenlids und ist daher manchmal kaum sichtbar.

Hagelkorn: Ein Gerstenkorn am Auge sollte nicht mit einem Hagelkorn verwechselt werden. Bei einem Hagelkorn kommt es auch zu einer Infektion der Talgdrüsen, die sich an der Lidkante befinden, die Entzündung ist jedoch chronisch und meist schmerzlos.


ICD-10: H00.0 Hordeolum und sonstige tiefe Entzündung des Augenlides Ärztliche Anlaufstellen: Augenarzt

Lesezeit: 7 Minuten

Ursachen

Ein Hordeolum kann verschiedenste Ursachen haben. Sehr häufig liegt eine Infektion mit Bakterien der Gattung Staphylococcus vor. Seltener sind Streptokokken an der Ausbildung eines Gerstenkorns beteiligt.

Die Bakterien gelangen in das Auge und besiedeln von dort aus die Liddrüsen, wodurch eine Entzündungsreaktion mit Eiterbildung hervorgerufen wird.

Besonders bei Kindern ist mangelnde Hygiene eine Ursache für Augenentzündungen. So können Bakterien von schmutzigen Händen durch Reiben in die Augen gebracht werden. Menschen mit einer geschwächten Immunabwehr haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko.

Ein weiterer Risikofaktor ist die Zuckerkrankheit. Personen, die von Diabetes mellitus betroffen sind, haben häufiger mit Infektionen zu kämpfen, die auch das Auge betreffen können. Darüber hinaus tritt ein Gerstenkorn öfter bei Menschen auf, die unter Akne leiden.

Typische Symptome

Normalerweise treten bei einem Hordeolum lediglich Symptome auf, die das Auge direkt betreffen. Systemische Beschwerden wie ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl oder Fieber treten nur in schwerwiegenden Ausnahmefällen auf.

Charakteristischerweise ist das Auge bei einem Gerstenkorn stark gerötet und das Augenlid geschwollen. Nicht selten verursacht die Schwellung nur Schmerzen, wenn Druck auf sie ausgeübt wird. Das Hauptsymptom – die Eiteransammlung – bildet sich entweder am Lidrand oder auf der Innenseite des Lids.

In der Mitte der Schwellung ist nicht selten ein gelber Eiterpunkt sichtbar. Der Abszess fühlt sich wie ein harter Knoten an und kann beim Schließen und Öffnen des Auges als störend empfunden werden. Auch das so lästige Augenlidzucken kann durch ein Gerstenkorn ausgelöst werden.

In den allermeisten Fällen ist der Verlauf als leicht einzuschätzen. Nach wenigen Tagen platzt das Hordeolum von selbst auf und der Eiter kann abfließen. In schwerwiegenden Fällen kann es zur Bildung multipler Gerstenkörner oder einer Augapfelentzündung kommen. Diese Komplikationen treten fast ausschließlich bei Menschen auf, deren Immunsystem geschwächt ist.

Entzündung des Augenlids

Entzündung des Augenlids
Foto: Gromovataya | Bigstock

Diagnose

Im fast allen Fällen kann ein Gerstenkorn mit einer Inaugenscheinnahme durch den behandelnden Arzt diagnostiziert werden. Ein erfahrener Arzt erkennt ohne Schwierigkeiten die typischen Anzeichen wie die rundliche Schwellung am Augenlid, die gerötet ist.

Eine Blickdiagnose ist auch bei einem inneren Hordeolum möglich. Hier muss der Arzt das Augenlid mit einem Stäbchen umstülpen, um die Innenseite untersuchen zu können. Diese diagnostische Maßnahme wird auch als Ektropionieren bezeichnet.

Als Differenzialdiagnose muss ein Hagelkorn ausgeschlossen werden. Im Unterschied zum Gerstenkorn empfinden Betroffene eines Hagelkorns keinen Druckschmerz auf der entzündeten Stelle.

Ist eine Blickdiagnose nicht möglich, muss ein Augenarzt konsultiert werden, um verschiedene infrage kommende Augenerkrankungen ausschließen zu können. Da ein Hordeolum auf systemische Erkrankungen wie die Zuckerkrankheit hinweisen kann, sollten bei häufigem Auftreten weitere diagnostische Maßnahmen folgen.

Behandlung

Hinweis: Der Abszess sollte nicht ausgedrückt werden; das verschlimmert die Entzündung meist und führt leicht zu einer Ausbreitung der Infektion.

Die ärztliche Behandlung besteht i.d.R. aus der Verordnung antibiotischer Augensalben oder -tropfen. Der enthaltene Wirkstoff ist gegen die Bakterien gerichtet, die die Entzündung verursachen. Diese Behandlung wirkt auch einer weiteren Verbreitung der Infektion entgegen. Die Therapie beschleunigt die Heilung des Gerstenkorns und kann unangenehme Symptome lindern.

Bei schwereren Verlaufsformen müssen Betroffene eventuell ein Antibiotikum in Tablettenform einnehmen. Das ist hauptsächlich bei inneren Gerstenkörnern der Fall, da hier die Gefahr besteht, dass sich die Entzündung auf die Bindehaut oder die Augenhöhle ausbreitet.

Wird der Druckschmerz schlimmer und platzt die Eiteransammlung nicht von selbst auf, muss der Abszess vom Arzt eröffnet werden. Das muss stets unter sterilen Bedingungen stattfinden, um eine zusätzliche Infektion der Wunde zu vermeiden. Der behandelnde Arzt bringt bei dieser kleinen Operation mit örtlicher Betäubung das Gerstenkorn dazu, aufzuplatzen, damit der Eiter austreten kann.

Um den Behandlungserfolg nicht zu gefährden, sollte während des gesamten Zeitraums auf das Tragen von Kontaktlinsen verzichtet werden.

Gerstenkorn - Nicht ausdrücken

Gerstenkorn – Nicht ausdrücken
Foto: arztsamui | Bigstock

Vorbeugung

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um einem Gerstenkorn gezielt vorzubeugen.

Die vielleicht wichtigste prophylaktische Maßnahme ist das Einhalten grundlegender Hygieneregeln. So sollten die Hände regelmäßig gewaschen werden. Des Weiteren sollte darauf verzichtet werden, mit den Händen in den Augen zu reiben. So können leicht Bakterien in die Augen geraten und zu einer Infektion führen.

Hat sich bereits ein Gerstenkorn gebildet, sollte verhindert werden, dass der Erreger auch das andere Auge infizieren kann. Der Bereich um das Gerstenkorn herum sollte während dieser Zeit möglichst nicht berührt werden, um eine Kontamination der Hände zu verhindern. Um niemanden anzustecken, sollte darauf verzichtet werden, Handtücher mit Familienmitgliedern zu teilen.

Wie gefährlich ist ein Gerstenkorn?

In den allermeisten Fällen ist ein Gerstenkorn harmlos und verschwindet ohne Behandlung nach einigen Tagen von selbst. In seltenen Fällen kann sich die Infektion auf andere Bereiche des Auges wie die Bindehaut oder die Augenhöhle ausbreiten. Um Komplikationen zu vermeiden, sollte bei einer Verschlechterung der Beschwerden sofort ein Arzt aufgesucht werden.

Dauer: Wie lange dauert es, bis das Gestenkorn wieder verschwindet?

In der Regel verschwindet ein Gerstenkorn nach wenigen Tagen von selbst. Bei schwereren Verläufen muss mit Medikamenten nachgeholfen werden. Platzt die Eiteransammlung nicht von selbst auf, muss diese von einem Arzt geöffnet werden. Die dabei verursachte Wunde verheilt üblicherweise nach ein paar Tagen.

Ist ein Gerstenkorn ansteckend?

Da es sich bei einem Hordeolum um eine bakterielle Infektion handelt, ist es grundsätzlich ansteckend. Betroffene sollten sich häufiger als sonst die Hände waschen, um zu verhindern, dass auch das andere Auge infiziert wird.

Außerdem besteht grundsätzlich die Möglichkeit, dass die verursachenden Bakterien an andere Menschen weitergegeben werden. Die Ansteckungsgefahr für andere Personen ist allerdings so gering, dass Betroffene ihr Auge nicht verdecken müssen. Regelmäßiges Händewaschen reicht als Vorsichtsmaßnahme.

Gibt es Salben? Wie wirken sie?

Es gibt verschiedene Salben, die zur Behandlung eines Gerstenkorns eingesetzt werden können. Da es sich um eine bakterielle Infektion handelt, werden Salben eingesetzt, die ein Antibiotikum enthalten. Dadurch können die Krankheitserreger effektiv bekämpft werden.

Wie sieht ein Gerstenkorn aus?

Ein Gerstenkorn ist eine rundliche Schwellung am Augenlid. Meist ist die Haut um den Abszess herum gerötet. Häufig ist in der Mitte des Abszesses ein heller Eiterpunkt sichtbar.


Medizinjournalist


Sebastian () arbeitet seit Jahren für medizinische Publikationen. Er engagiert sich in Distributed Computing Projekten zur medizinischen Forschung. Sebastian ist verheiratet, hat ein Kind und lebt in Berlin.


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Quellen und weiterführende Literatur

  • Differential Diagnosis of the Swollen Red Eyelid – Autoren: Robert Thomas Carlisle, John Digiovanni – Publikation: Am Fam Physician. 2015 Jul 15;92(2):106-12. – PMID: 26176369
  • Non-surgical interventions for acute internal hordeolum – Autoren: Kristina Lindsley, Jason J Nichols, Kay Dickersin – Publikation: Cochrane Database Syst Rev
    . 2017 Jan 9;1(1):CD007742. – DOI: 10.1002/14651858.CD007742.pub4
  • Hordeolum / Chalazion – Autoren: Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V, Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft e.V. – Publikation: Leitlinie Nr. 10 – URL: https://www.dog.org/wp-content/uploads/2009/09/Leitlinie-Nr.-10-Hordeolum-Chalazion.pdf
  • Lider – Autoren: Franz Grehn – Publikation: Augenheilkunde pp 59-75 – DOI: 10.1007/978-3-642-11333-8_5
Nach medizinwissenschaftlichen Standards erstellt und geprüft. [Hinweise]
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