Rotes Fleisch und Milchprodukte machen dumm - Studie

rotes Fleisch
Senkt rotes Fleisch die geistige Leistungsfähigkeit?
Foto: fxquadro | Bigstock

Der häufige Verzehr von rotem Fleisch und Milchprodukten könnte die geistige Leistungsfähigkeit senken, während ungesättigte Fettsäuren die Geistesleistung steigern könnten.

Lesezeit: 2 Minuten

Die im „Annals of Neurology“ veröffentlichte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Gehirne von Fleischliebhabern schneller altern. Die Untersuchung basiert auf den Daten der „Women’s Health Study“ und bezog 6.200 gesunde Frauen an.

6.200 Frauen, 5 Jahre Beobachtungszeitraum

Es wurde ein Zeitraum von fünf Jahren beobachtet. Frauen, die ihren Fettbedarf zu einem hohen Anteil aus gesättigten Fettsäuren deckten, wiesen deutlich geringere kognitive Leistungen auf. Frauen, die hingegen vor allem Lebensmittel mit ungesättigten Fettsäuren zu sich nahmen, waren geistig leistungsfähiger.

Lässt rotes Fleisch das Gehirn schneller altern?

Die Wissenschaftler führen die unterschiedliche Leistungsfähigkeit auf eine beschleunigte Alterung des Gehirns zurück, die bei einem hohen Konsum von rotem Fleisch auftritt. Die Gehirne der Fleischliebhaber wiesen einen Alterungszustand auf, der für Menschen, die um fünf bis sechs Jahre älter sind, typisch ist.

Die Empfehlung der Forscher lautet, den Konsum von rotem Fleisch zu reduzieren und tierische Fette durch Pflanzenfette zu ersetzen.

Einordnung der Studienergebnisse

Eine Ernährung, die auf einem hohen Anteil von gesättigten Fettsäuren basiert, ist in vielerlei Hinsicht ungesund. Die Hirnleistung hängt allerdings von so vielen Faktoren ab, dass ich das Ergebnis der Studie allenfalls ein erstes Indiz sein kann. Insbesondere ist die Aussagekraft dieser Studie dadurch reduziert, dass man nur den Fettkonsum nicht aber die sonstigen Lebens- und Ernährungsgewohnheiten untersucht hat.

Dadurch wird die Trennung von Ursache und Wirkung schwierig. Eine Gegenthese wäre: Dumme Menschen mögen rotes Fleisch.


Medizinjournalist
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Sebastian () arbeitet seit Jahren für medizinische Onlinemedien. Er engagiert sich ehrenamtlich in BOINC-Projekten zur Krebsforschung. Sebastian ist verheiratet, hat ein Kind und lebt in Berlin.

Quellen

  • Dietary fat types and 4‐year cognitive change in community‐dwelling older women – Autoren: Olivia I. Okereke MD, SM Bernard A. Rosner PhD, Dae H. Kim MD, Jae H. Kang ScD, Nancy R. Cook ScD, JoAnn E. Manson MD, DrPH Julie E. Buring ScD, Walter C. Willett MD, DrPH, Francine Grodstein ScD – Publikation: Annals of Neurology – DOI: 10.1002/ana.23593

12 Patientenerfahrungen:

  1. Sorry, aber dieser Artikel ist doch journalistischer Schrott allerhöchster Klasse.

    Da wird von einer Studie berichtet, ohne den Studiendurchführenden und Studienort (bei Ernährungsstudien von hoher Relevanz) zu benennen. Ein ernst zunehmender Journalist macht das nicht.

    Dann wird behauptet, die Studie sei in einem Magazin veröffentlich worden, der Journalist setzt aber weder den Link zum Abstract. Noch benennt er den Studientitel. Was im sauberen Journalismus Pflicht ist.

    Dann wird in dem Artikel aufgrund einer Studie, die angeblich nur bei Frauen (?) durchgeführt wurde, das mögliche Ergebnis wild auf alle Geschlechter runtergebrochen. Ganz großer wissenschaftlich-journalistiscer Schrott. Ein absolutes NoGo! Das ist richtig blöd!

    Kongnitive Kompetenz bzw. Abwesenheit derer mit Dummheit gleichzusetzen, da möchte man dem Autor auch herzlich nahelegen, sich einmal mit der Bedeutung beider Worte auseinander zu setzen.

    Dann sucht man – also ich – in der Datenbank von Annals of Neurolgoy nach dieser Studie auf Basis der möglichen Keywords. Ich finde sie nicht! Das lässt doch stark die Vermutung zu, die gibt es gar nicht.

    Schlimmer dummer journalistischer (ich will diese dumme Geschreibsel eigentlich nicht so nennen) Populismus.

    Und dann dieser Beitrag der Bildredaktion. Au weia.

  2. offensichtlich das pendant zur studie „schöne menschen sind intelligenter als weniger schöne“.. sehr amüsant… 😉

  3. Der Bericht ist gut verfasst und nett zu lesen, die Studie ist Schrott.

    Ich wünsche mir einen Bericht über die verdummende Eigenschaft von Kohlenhydraten wie z.B. Saccharose oder Amylopektin.

  4. Es ist aber auch dumm, aus der fehlenden Quellenangabe zu schliessen, dass die Studie automatisch nicht stimmt.

    Ein Kritikpunkt ist für mich jedenfalls der Kommentar des Autors „würde ich so nicht unterschreiben“, gespickt mit einer minimalen Begründung. Wenn man an einer ordentlichen Studie zweifelt (bitte wohl mit Quellenangabe), die wohl mit einigem Aufwand gemacht worden ist, dann darf bitte für Einwände schon ein wenig mehr an Erklärung gefordert werden. Und es wird vom Autor erwartet, dass er sich die Mühe macht, diese auch durchzulesen.

  5. Dieser Artikel ist genauso schlecht, wie die Studie. Ich bin Vegetarier und setze mich in meinem Studium viel mit quantitativen Methoden auseinander, aber an der Studie und ihrer Interpretation ist einfach so viel kritikwürdig.

    Zum einen die Machart: Welche Rolle spielt das Milieu (da vegetarische Frauen eher in der Mittel- und Oberschicht zu finden sind, haben sie vielleicht auch einfach per se die höhere kogn. Leistung [ererbt + erworben]), gab es Kontrollgruppen, Placeboeffekte usw…? Warum nur Frauen? Wie objektiv ist die Messbarkeit der kogn. Leistungsfähigkeit?…

    Zum Anderen dieser Artikel. Alarmistisch, unseriös, falsch. Unter dem Etikett „Studie“ werden (nicht nur hier) fragwürdige, übertriebene und z.T. einfach sachlich falsche Ergebnisse publiziert, weil sowas natürlich Klicks generiert. Das führt dazu, dass immer neue Lebensmittel verteufelt werden. Fett, Zucker, Fleisch, Proteine, Obst,…kaum etwas wurde noch nicht als Ursache allen menschlichen Leids angeprangert und aufmerksamkeitsheischend veröffentlicht. Dabei ist es so simpel! Wenn man einfach natürliche Lebensmittel ausgewogen und maßvoll zu sich nimmt, ernährt man sich schon gesund und vor allem (trotz Fleisch und Milch) gesünder, als die Apologeten radikaler Ernährungsformen wie Paläo oder „vegan-raw“, die letzten Endes unter Mangelerscheinungen leiden.

    Doch anstatt sich einfach und ausgewogen zu ernähren sucht man die Schuld am körperlichen Unwohlsein lieber in irgendwelchen gewöhnlichen Lebensmitteln, als die viel zu schnelle und gestresste Lebensweise moderner Menschen und ihrem Gott, dem Mammon zu hinterfragen.

    Abschließend bleibt mir nur der Wunsch, dass so abstruse Studien bitte nicht mehr gemacht werden (oder wenn vernünftig) und vor allem nicht mehr so dramatisiert veröffentlicht werden. Das evoziert doch nur die Verunsicherung, die dann zu extremen Ernährungsformen führt, weil Menschen das lesen und dem unreflektiert Glauben schenken.

  6. @flo

    Du bemängelst hier angebliche methodische Fehler und behauptest, im Stoff zu stehen. Dein Kommentar macht aber einen gänzlich anderen Eindruck.

    Wenn Du tatsächlich in diesem Bereich unterwegs bist, weißt Du, warum man nur Frauen untersucht hat. Die Studie – greift wie ein Großteil der amerikanischen Studien in diesem Bereich – auf das bewährte Panel der WHS zurück, das eben – entgegen Deiner Kritik – sehr sorgfältig selektiert ist.

    > da vegetarische Frauen eher in der Mittel- und Oberschicht zu finden sind

    Genau deshalb hat man eben nicht irgendwelche Vegetarierinnen gegen Fleischesserinnen gemessen, sondern auf das WHS-Panel zurückgeriffen, das nur aus medizinischem Personal besteht. Aus 40.000 Panelisten wurden die 6.000 Probandinnen selektiert. Die kognitive Leistung wurde eingangs und am Endpunkt der Studie erhoben und verglichen.

    > Dabei ist es so simpel! Wenn man einfach natürliche Lebensmittel ausgewogen

    Und nachdem Du – offenbar ohne fundierte Kenntnis – obige wissenschaftliche Untersuchung madig gemacht und das Veröffentlichen selbiger kritisiert hast, zauberst Du jetzt die „richtige“ Ernährungsweise einfach mal so aus dem Hut.

    Uhmmmm … ja, das überzeugt mich jetzt.

    Früher vertrauten wir auf die Wissenschaft. Heute auf den Flo im Internet.

  7. auch ich vertraue sieben Millionen Jahren Evolution und Flo mehr, als einer amerikanischen Studie die Interessengesteuerten Blödsinn postuliert. Das könnte man gesunden Menschenverstand nennen.

  8. Geht’s noch. Ich esse und trinke wat ick will. Auch milch. Und o wunder?!
    so blöd bin ich gar nicht, dass ich den Quark glaube. Wo sind die echten
    Belege?

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