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Nerv eingeklemmt ▷ Was tun - schnelle Hilfe und Symptome

Wärmebehandlung

Eine Wärmebehandlung kann bei einem „eingeklemmten Nerven“ Linderung verschaffen (Foto: gemphotography | Bigstock)

Was ist ein „eingeklemmter Nerv“?

Was im Volksmund als „eingeklemmter Nerv“ bezeichnet wird, ist medizinisch eine Reizung oder Entzündung des betroffenen Nervs. Die Ursache für die Reizung ist häufig eine Verkrampfung oder Verhärtung des umliegenden Muskelgewebes. Diese übt Druck auf die Nervenbahnen aus und reizt sie. Auch eine Entzündung oder Schwellung in Folge einer Verletzung kann den Nerv reizen. Wenn sich ein Patient einen „Nerv eingeklemmt“ hat, treten meist akute Schmerzen auf.

Eine tatsächliche Druckkompression eines Nervens birgt die Gefahr eines dauerhaften Nervenschadens und erfordert umgehende medizinische Versorgung.

ICD-10: M62.8 Paravertebrale Muskelverspannungen

Ärztliche Anlaufstellen: Hausarzt, Allgemeinmediziner, Orthopäde

Lesezeit: 5 Minuten

Symptome eines „eingeklemmten Nervs“

Typische Anzeichen für einen eingeklemmten Nerv
starke Schmerzen (stechend, brennend, drückend)
Bewegungsbeeinträchtigungen (Steifheit)
Verspannung der umliegenden Muskulatur
Schmerzverstärkung durch Husten, Atmen oder Anspannen
starkes Schwitzen als Reaktion auf den Dauerschmerzreiz

Was tun?

Arztbesuch

Arztbesuch (Foto: alexraths | Bigstock)

Bei neu auftretenden Schmerzen konsultieren Sie bitte immer einen Arzt. Bis zum Termin kann auf Mittel der Selbsthilfe zurückgegriffen werden.

Betroffene vermeiden meist die schmerzhaften und den Nerv reizenden Bewegungen. Das führt häufig zu einer im weiteren Verlauf ungünstigen Schonhaltung. Eine Schonhaltung für kurze Zeit ist typisch. Wenn sie jedoch über längere Zeit vollzogen wird, verspannen häufig andere Muskelgruppen infolge der Fehlhaltung.

Aus diesem Grund werden zur Linderung der Beschwerden schmerzstillende Medikamente oral verabreicht, die i.d.R. auch entzündungshemmend wirken. Durch die Schmerzlinderung entspannt sich die Körperhaltung und nach einiger Zeit lösen sich häufig auch die Verspannungen.

Schnelle Hilfe: 10 Dinge, die Sie sofort tun können

Heben und Tragen schwerer Lasten vermeiden

Die schweren Einkaufstaschen oder der dringende Umzug eines Freundes sind jetzt egal. Wenn Ihre Gesundheit in Gefahr ist, müssen Sie an sich denken. Und bei einem „eingeklemmten Nerv“ sollten sie zusätzliche Belastungen vermeiden.

Wärmebehandlung

Eine Wärmebehandlung der betroffenen Körperregion hilft vielen Betroffenen bei der Linderung der Schmerzen. Wie Sie die Wärme erzeugen (Rotlicht, Wärmflasche, Salbe, Wärmepflaster) ist dabei nebensächlich.

Massage

Eine Massage kann verspannte Muskulatur entspannen und den Nerv entlasten. Wichtig: Lassen sie das nicht die nächstbeste Person machen. Jetzt müssen erfahrene Hände ran – am besten die eines Physiotherapeuten.

Bad

Ein Bad sorgt bei den meisten Betroffenen für eine spürbare Linderung – zum einen durch die anhaltende Wärme, zum anderen durch die seelische Entspannung und die damit verbundene Lockerung der Muskulatur. Unsere Muskulatur neigt nämlich dazu, sich in Stresssituationen anzuspannen. Eine Funktionsweise, die in der Evolutionsgeschichte einen Überlebensvorteil in Gefahrensituationen darstellte.

Schmerzmedikamente

Frei verkäufliche Schmerzmedikamente können – gerade vor dem Arzttermin oder am Wochenende – eine schnelle Hilfe sein, sollten aber auf keinen Fall dauerhaft eingenommen werden. Sie dämpfen den Schmerz und verhindern damit die tückische Fehlhaltung, die oft weitere Probleme nach sich zieht.

Schonhaltung meiden

Auch wenn sie kurzfristig für eine Schmerzlinderung sorgt, dauerhaft ist eine Schonhaltung problematisch. Sowie sie mit schmerzlindernden Maßnahmen versorgt sind, sollten Sie unbedingt auf eine natürliche Körperhaltung achten.

Lockerungsübungen

Lockerungsübungen und leichte Gymnastik können auch helfen, die Muskelverspannungen zu lösen. Dabei darf man aber keinesfalls übertreiben. Intensiver Sport oder Bewegungen, die Schmerzen verursachen, sind tabu.

Schnelle und ruckartige Bewegungen vermeiden

Schnelle und ruckartige Bewegungen sollte jetzt vermieden werden. Auch das typische „Mal gucken, ob der Schmerz noch da ist“ sollte man sich verkneifen. Wer vorsätzlich immer wieder an den Schmerzpunkt geht, strapaziert die belastete Körperregion noch mehr.

Bettruhe

Komplette Ruhe und Bewegungsvermeidung sind auch nicht ratsam. Sie nehmen der Muskulatur damit jede Chance, sich zu lockern. Besser ist moderate Bewegung im schmerzfreien Bereich.

Arztbesuch

Klingen die Beschwerden nicht schnell wieder ab, ist ein Arztbesuch dringend anzuraten. Der Hausarzt wird Sie ggf. an einen Spezialisten verweisen, der das Problem sicher diagnostiziert und fachgerecht therapiert.

Orthopäde, Quaddeln & Schmerzmittelinjektionen

Wenn orale Medikamente nicht ausreichend wirken, um Schmerzfreiheit herbeizuführen, haben sich lokal injizierte Wirkstoffe bewährt. Diese Injektionen führt in der Regel der Orthopäde durch. In manchen Fällen hilft es auch, wenn der Arzt „quaddelt“. Dabei spritzt der Arzt kleine Mengen eines Schmerzmittels in der Region des betroffenen Muskels direkt unter die Haut.

Im Zweifel immer zum Arzt

Wenn schmerzhafte Beschwerden über einen längeren Zeitraum bestehen, sollte immer ein Arzt konsultiert werden.

Vorsicht bei „Taubheitsgefühlen“: Diese sind nicht typisch für einen „eingeklemmten Nerv“. Dahinter können ernsthafte neurologische Erkrankungen stecken. Taubheitsgefühle treten etwa bei einem Bandscheibenvorfall, aber auch bei einem Schlaganfall auf und erfordern sofortige notärztliche Versorgung. Rufen Sie bitte in diesem Fall die 112.


Medizinjournalist


Sebastian () arbeitet seit Jahren für medizinische Publikationen. Er engagiert sich in Distributed Computing Projekten zur medizinischen Forschung. Sebastian ist verheiratet, hat ein Kind und lebt in Berlin.


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Quellen und weiterführende Literatur

  • Muskulär bedingte Rückenschmerzen — Linderung durch Reduktion der Verspannung – Autoren: Ameri, Abdol A – Publikation: Schmerzmedizin, 2015-02, Vol.31 (1), p.52-52 – DOI: 10.1007/s00940-015-0035-1
  • Verspannungen rationell behandeln – Autoren: Utzt, Martina-Jasmin – Publikation: MMW Fortschritte der Medizin, 2017-01-17, Vol.159 (1), p.68-68 – DOI: 10.1007/s15006-017-9169-5
  • Formen der Muskelspannungsänderung und adäquate Therapieformen – Einführung in die Weichteil- und Muskelbehandlung – Autoren: B. Schulze – Publikation: Manuelle Medizin volume 41, pages183–188 (2003) – DOI: 10.1007/s00337-003-0208-1
  • Zusammenhang von Stressbefinden und Muskelverspannung am Bildschirmarbeitsplatz – Autoren: M. Burnus, V. Steinhardt, V. Benner, A. Drabik, S. Stock – Publikation: Prävention und Gesundheitsförderung volume 7, pages182–189 (2012) – DOI: 10.1007/s11553-012-0341-6
  • Konservative Therapie des HWS-Syndroms – Autoren: S. Werner, D. Ohlendorf, W. Schallmey, I. ter Hamsel, L. Aich, M. Möller, A. Nagel – Publikation: Manuelle Medizin volume 53, pages350–356 (2015) – DOI: 10.1007/s00337-015-0042-2

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Nach medizinwissenschaftlichen Standards erstellt und geprüft. [Hinweise]
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