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Forschung

Studie: Überstunden verursachen Herzinfarkt

Überstunden erhöhen das Herzinfarktrisiko

Überstunden erhöhen das Herzinfarktrisiko bei Büroarbeitern
Foto: racorn | Shutterstock

Ein britisches Forscherteam hat die Auswirkungen von Überstunden auf die Herzgesundheit untersucht und kommt zu dem Ergebnis, das Überstunden bei Büroarbeitern das Herzinfarktrisiko erhöhen.


ICD-10: I21, I22 Herzinfarkt, Myokardinfarkt

Lesezeit: 2 Minuten

Dass eine gesunde Life-Work-Balance, Erholung und ein Ausgleich zum stressigen Arbeitsalltag wichtig sind, weiß man schon länger. Welche verheerenden Auswirkungen Überstunden für die Gesundheit haben, ist dennoch überraschend.

Ein britisches Forscherteam hat die Auswirkungen von Überstunden auf die Herzgesundheit untersucht und kam zu erschreckenden Ergebnissen. Mika Kivimäki und Marianna Virtanen werten die Daten einer Langzeitstudie an rund 6.000 Angestellten britischer Behörden aus.

Überstunden: Herzinfarktrisiko steigt um 60 Prozent

Die Angestellten, die regelmäßig Überstunden leisteten, fielen durch eine deutlich erhöhte Rate von Herzerkrankungen auf. Beschäftigte, die 11-12 Stunden pro Tag arbeiten, haben ein um 60 Prozent erhöhtes Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden.

Diese Risikoerhöhung zeigte sich unabhängig von anderen schädlichen Lebensgewohnheiten, wie etwa dem Rauchen, Bewegungsarmut oder Übergewicht.

Freiheiten im Job schützen vor Herzinfarkt

Von den negativen Folgen der Überstunden verschont bleiben aber offenbar Menschen, die in einer Position mit großer Entscheidungsfreiheit arbeiten. Das deckt sich mit anderen Untersuchungen, die einen Zusammenhang zwischen Entscheidungsspielraum, Überstunden und Depressionen nachgewiesen haben.

Die Forscher offenbaren aber auch die Grenzen ihrer Studie. Zum einen könne sie nur für Büroarbeiter gelten, da körperliche Arbeit nicht untersucht wurde. Zum anderen seien die genauen Hintergründe der Risikoerhöhung nicht geklärt. Insbesondere müsse noch untersucht werden, was passiere, wenn die Überstunden wieder zurückgefahren werden.


Medizinjournalist


Sebastian () arbeitet seit Jahren für medizinische Publikationen. Er engagiert sich in Distributed Computing Projekten zur medizinischen Forschung. Sebastian ist verheiratet, hat ein Kind und lebt in Berlin.


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Quellen

  • Im Artikel erwähnte Experten: Professor Mika Kivimäki – Universität Helsinki – Institut für Gesundheitswesen, PhD Marianna Virtanen – Universität Helsinki – Supervisor, Sozialwissenschaften
  • Long Working Hours and Risk of Cardiovascular Disease – Autoren: Marianna Virtanen, Mika Kivimäki – Publikation: Curr Cardiol Rep. 2018; 20(11): 123. DOI: 10.1007/s11886-018-1049-9PMCID: PMC6267375PMID: 30276493
  • Long Working Hours and Coronary Heart Disease: A Systematic Review and Meta-Analysis Autoren: Marianna Virtanen, Katriina Heikkilä, Markus Jokela, Jane E. Ferrie, G. David Batty, Jussi Vahtera, Mika Kivimäki – Publikation: American Journal of Epidemiology, Volume 176, Issue 7 Pages 586–596 – DOI: 10.1093/aje/kws139
Nach medizinwissenschaftlichen Standards erstellt und geprüft. [Hinweise]

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