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Magen-Darm-Grippe ▷ Typische Symptome der Gastroenteritis

Das menschliche Verdauungssystem

Das menschliche Verdauungssystem Abb.: Kozorez Vladislav | Shutterstock

Was ist eine Magen-Darm-Grippe?

Der Begriff „Magen-Darm-Grippe“ entspringt dem Volksmund. Es handelt sich dabei nicht um eine echte Grippe. Der Grippe-Erreger Influenza ist nicht am Krankheitsgeschehen beteiligt. Die „Magen-Darm-Grippe“ (med. Gastroenteritis) ist eine Durchfallerkrankung, die auf eine akute Entzündung des Magen-Darm-Trakts – bestehend aus Magen, Dünndarm und Dickdarm – zurückgeht. Sie kann durch Viren, Bakterien oder Parasiten ausgelöst werden.

ICD-10: A09 Gastroenteritis infektiösen Ursprungs

Ärztliche Anlaufstellen: Hausarzt, Allgemeinmediziner

Lesezeit: 4 Minuten

Magen-Darm-Gruppe Symptome

Die typischen Anzeichen des Magen-Darm-Infekts
Übelkeit
Erbrechen
Bauchschmerzen
Appetitverlust
Durchfall
Fieber (selten)
Schwindel
ausgeprägtes Krankheitsgefühl
Schwäche
Kopfschmerzen
Gliederschmerzen
Blähungen
Bauchkrämpfe

Meist treten zunächst die typischen Magenbeschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Oberbauchschmerzen auf. Die Infektion nimmt dann den Weg durch das Verdauungssystem und erreicht den Darm. Bauchkrämpfe, Blähungen und Durchfall sind die Folge.

Was tun?

Gastroenteritis

Gastroenteritis ist der medizinische Fachbegriff für die „Magen-Darm-Grippe“ Foto: Tashatuvango | Shutterstock

Wer den Verdacht hat, unter einer Magen-Darm-Grippe zu leiden, sollte Bettruhe wahren und auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten. Halten die Beschwerden länger als zwei Tage an, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Gleiches gilt bei besonderer Schwere der Symptomatik, Kreislaufproblemen oder Blut im Stuhl. Der Hausarzt oder Allgemeinmediziner ist hierfür die richtige Anlaufstation.

Bei akut lebensbedrohlichen Symptomen – wie Kreislaufproblemen – rufen Sie bitte den Notarzt. (112)

Da die meisten Magen-Darm-Erkrankungen ansteckend sind, sollte auf gewissenhafte Hygiene geachtet werden. Andere Menschen dürfen inbesondere nicht mit Stuhl und Erbrochenem des Erkrankten in Berührung kommen.

Behandlung der Magen-Darm-Grippe

Die Magen-Darm-Grippe wird nur selten ursächlich – bspw. mit Antibiotika – therapiert. Die wichtigste Maßnahme ist der Ausgleich des Flüssigkeitsverlustes. Seitdem man diese propagiert, ist die Zahl der Todesfälle drastisch zurückgegangen. Zusätzlichen können Schmerzmittel, Krampflöser und Medikamente gegen Übelkeit und Durchfall zum Einsatz kommen.

Häufigkeit

Bis in die frühen 80er Jahre sind jährlich noch knapp 5 Millionen Menschen weltweit an Durchfallerkrankungen verstorben. Durch bessere medizinischen Aufklärung über Hygienemaßnahmen und Flüssigkeitsersatz konnte diese Rate auf rund 1 Million gesenkt werden.

Zu den häufigsten Infektionskrankheiten zählen durch Bakterien wie Salmonellen, E-Coli, Campylobacter und EHEC verursachte Durchfallerkrankungen. Diese Bakterien befinden sich in verunreinigten oder verdorbenen Lebensmitteln. Durch Aufnahme infizierter Nahrungsmittel kann sich ein Mensch infizieren. Eine Übertragung erfolgt fäkal-oral durch direkten oder indirekten Kontakt. Nach Aufnahme der Krankheitserreger in den menschlichen Körper bricht die Krankheit meist innerhalb weniger Stunden aus.

Synonyme für die Magen-Darm-Grippe

  • Magen-Darm-Infekt
  • Gastroenteritis (med. Fachbegriff)
  • Brechdurchfall
  • Magen-Darm-Entzündung
  • Bauch-Grippe

Erreger auch nach Abklingen der Symptome noch nachweisbar

So lange Erreger ausgeschieden werden, besteht die Gefahr einer erneuten Infektion. Auch bei symptomfreien Patienten können Bakterien im Stuhl noch etwa drei bis sechs Wochen nachgewiesen werden.

Gastroenteritis-Auslöser

Das Verdauungssystem des Menschen

Das Verdauungssystem des Menschen Foto: CRYONOID Custom media | Shutterstock

Viren – virale Gastroenteritis:

  • Rotavirus
  • Adenovirus
  • Norovirus
  • Sapovirus
  • Astrovirus

Bakterien – bakterielle Gastroenteritis:

  • Salmonellen
  • Campylobacter
  • Shigellen
  • Yersinien
  • Clostridium difficile
  • Escherichia
  • Vibrio cholerae
  • Escherichia-coli (E-Coli)

Parasiten – parasitäre Gastroenteritis:

  • Giardia
  • Cryptosporidium

Die Gastroenteritis kann auch durch ionisierende Strahlung (bspw. Röntgen) ausgelöst werden.

Hygiene wichtig

Um Durchfallerkrankungen vorzubeugen, sollte auf Sauberkeit geachtet werden. Nach jedem Stuhlgang muss eine
gründliche Reinigung der Hände und Nägel mit Wasser, Seife und Bürste erfolgen.

Besondere Vorschriften für den Lebensmittelbereich

Bei erfolgtem Erregernachweis müssen gesetzliche Bestimmungen eingehalten werden. So dürfen Personen, die Salmonellen, Shigellen, EHEC oder Choleravirbionen mit dem Stuhl ausscheiden, in Lebensmittelbereichen nicht tätig werden. Das gilt insbesondere für Beschäftigte in Gemeinschaftseinrichtungen sowie Küchen von Gaststätten, Kantinen und Krankenhäusern.


Medizinjournalist


Sebastian () arbeitet seit Jahren für medizinische Publikationen. Er engagiert sich in Distributed Computing Projekten zur medizinischen Forschung. Sebastian ist verheiratet, hat ein Kind und lebt in Berlin.


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Quellen und weiterführende Literatur

  • Gastroenteritis – Autoren: Klaus-Michael Keller, Michael Radke – Publikation: Pädiatrie up2date 2006; 1(1): 53-69 – DOI: 10.1055/s-2006-944571
  • Gastroenteritis: Probiotika helfen nicht – Autoren: Prof. em. Dr. med. Dr. h. c. D. Reinhardt – Publikation: MMW – Fortschritte der Medizin volume 161, S. 30 – DOI: 10.1007/s15006-019-0841-9
  • Gastroenteritis – Autoren: Darai G., Handermann M., Sonntag HG., Tidona C.A., Zöller L. – Publikation: Lexikon der Infektionskrankheiten des Menschen pp 334-334 – DOI: 10.1007/978-3-540-39026-8_390
  • Ernährungsberatung bei Gastroenteritis – Autoren: B. J. – Publikation: MMW – Fortschritte der Medizin volume 154, S. 24 – DOI: 10.1007/s15006-012-0904-7
  • Meldepflicht beachten – Gastroenteritis – Autoren: Martina Baumgärtner – Publikation: physiopraxis 2019; 17(07/08): 36-37 – DOI: 10.1055/a-0900-2023
  • Infektiöse Gastroenteritis – Diagnostik, Therapie, Prävention – Autoren: Thomas Schwanz, Moritz Brandstetter – Publikation: Krankenhaushygiene up2date 2019; 14(01): 71-85 – DOI: 10.1055/a-0639-4873
  • Tiefkühlfrüchte als Risikofaktor für Gastroenteritis-Ausbrüche durch Noroviren – Ergebnisse einer Ausbruchsuntersuchung im Sommer 2005 in Hamburg – Autoren: Gerhard Fell, M. Boyens & S. Baumgarten – Publikation: Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz volume 50, S. 230–236 (2007) – DOI: 10.1007/s00103-007-0142-9
  • Norovirus Gastroenteritis – Autoren: Glass, Roger I ; Parashar, Umesh D ; Estes, Mary K – Publikation: The New England journal of medicine, 2009-10-29, Vol.361 (18), S. 1776-1785, Waltham – DOI: 10.1056/NEJMra0804575
  • Virus-Gastroenteritis – Autoren: Dietrich Falke – Publikation: Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie pp 515-519 – DOI: 10.1007/978-3-540-46362-7_66
  • Handlungsempfehlung nach der „S2k-Leitlinie akute infektiöse Gastroenteritis im Säuglings‑, Kindes- und Jugendalter“ – Autoren: C. Posovszky, S. Buderus, M. Claßen, A. Hauer, B. Lawrenz, S. Koletzko und S2k-Leitliniengruppe akute infektiöse Gastroenteritis im Säuglings‑, Kindes- und Jugendalter – Publikation: Monatsschrift Kinderheilkunde volume 168, S. 842–844 (2020) – DOI: 10.1007/s00112-019-00813-x

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