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Ursachen, Verbreitung & Behandlung

Magengeschwür

Entstehung eines Magengeschwürs durch Helicobacter Pylori

Entstehung eines Magengeschwürs
Abb.: designua | Bigstock

Was ist ein Magengeschwür?

Ulcus ventriculi ist der medizinische Fachausdruck für das Magengeschwür. Ein Geschwür (Ulcus) ist eine örtlich begrenzte, tief liegende Zerstörung von Haut oder Schleimhaut. Bei einem Magengeschwür ist das Gewebe bis in die Muskelschicht hinein geschädigt. Am häufigsten betroffen sind die Bereiche an der kleinen Magenkrümmung und der Magenhöhle in der Nähe des Magenausgangs.

Die häufigsten Warnzeichen für ein Magengeschwür sind Schmerzen im Oberbauch – vor allem nach dem Essen – sowie Übelkeit, Sodbrennen, Erbrechen und Stuhlunregelmäßigkeiten.


ICD-10: K25 Ulcus ventriculi Ärztliche Anlaufstellen: Hausarzt, Allgemeinmediziner, Internist, Gastroenterologe med. Bezeichnungen: Magenulkus (lateinisch Ulcus ventriculi), peptisches Geschwür (lateinisch Ulcus pepticum)

Lesezeit: 5 Minuten

Magengeschwür Symptome

Die typischen Symptome eines Magengeschwürs
Schmerzen im Oberbauch
Zunahme des Schmerzes nach dem Essen
Appetitlosigkeit
Übelkeit
schwarzer Stuhl (Teerstuhl)
Blutarmut (Anämie)
Symptombesserung bei Einnahme von Magenschutztabletten
Erbrechen
ungeklärte Gewichtsabnahme
Abneigung gegen bestimmte Nahrungsmittel
Völlegefühl
Durchfall
Blähungen
Erbrechen von Blut

Anatomie

Lage des Magens im menschlichen Körper

Lage des Magens im menschlichen Körper
Abb.: Sebastian Kaulitzki | Shutterstock

Die Anzeichen im Detail

Bauchschmerzen – Das zwingendste Symptom bei einem Magengeschwür ist ein deutlicher Schmerz im Oberbauch, in der Magenregion. Dieser Schmerz verstärkt sich häufig dann, wenn Nahrung aufgenommen wird. Der Schmerz kann entweder als drückender, dumpfer Schmerz oder als brennend wahrgenommen werden. Meist tritt dieser Schmerz aber auch erst im späteren Verlauf der Krankheit auf.

Appetitlosigkeit – Vorher werden meist unspezifische Symptome wie Appetitlosigkeit oder eine leichte Übelkeit beobachtet. Der Körper schützt sich auf diese Art und Weise vor der unangenehmen Störung während des Verdauungsprozesses und versucht, die Nahrungsaufnahme zu verhindern.

Durchfall und Erbrechen – Auch Durchfall und Erbrechen können auf ein Magengeschwür hinweisen. Diese Symptome treten im Gegensatz zu anderen Krankheiten bei einem Magengeschwür eher latent, aber anhaltend auf. Ist ein Magengeschwür schon länger vorhanden, werden die Symptome hartnäckiger.

Schematische Darstellung eines Magengeschwürs

Schematische Darstellung eines Magengeschwürs – Lage im Magen
Foto: rob3000 | Bigstock

Magenblutungen – Im weiteren Verlauf der Erkrankung kann es zu gefährlichen Symptomen wie dem Magenbluten kommen. Magenbluten weist auf ein fortgeschrittenes Stadium des Magengeschwürs hin, ist aber schwer erkennbar. Der Magen blutet nach innen, oftmals nur in kleinen Mengen. Das Blut wird im folgenden Verdauungsprozess mit verdaut und ist im Stuhl nicht mit bloßem Auge erkennbar.

Größere Blutmengen führen zum sogenannten Teerstuhl. So bezeichnet man Stuhl, der auffällig dunkel bis schwarz gefärbt ist. Eine bisher unerklärliche Blutarmut (Anämie) kann ebenfalls ein Hinweis auf unbemerkte Blutungen im Magen sein. Magenbluten ist in jedem Fall eine kritische Komplikation, die ärztlicher Behandlung bedarf. Versuche der Selbsttherapie sind im Falle von Teerstuhl definitiv die falsche „Medizin“.

Magenschutztabletten – Menschen mit beginnenden Symptomen eines Magengeschwürs nehmen oft Medikamente, die dem Magenschutz dienen. Diese Tabletten reduzieren die Symptome. Eine Besserung unter solchen Tabletten kann also ein weiterer Hinweis darauf sein, dass tatsächlich ein Magengeschwür vorliegt.

Verbreitung

Magengeschwüre sind mit rund 50 Neuerkrankungen je 100.000 Einwohner pro Jahr in Deutschland eine relativ häufige Erkrankung. Männer und Frauen sind etwa gleich häufig betroffen.

Ursachen

Oft entwickelt sich ein Magengeschwür aus einer chronischen Magenschleimhautentzündung (Gastritis), für die wiederum in den meisten Fällen ein Befall mit dem Bakterium Helicobacter pylori ursächlich ist.

Allerdings zeigt die Hälfte der gesunden Menschen ebenfalls eine Besiedelung mit Helicobacter. Die Magenschleimhaut bei den Erkrankten ist demnach durch physische, psychische, medikamentöse, immunologische oder genetische Einflüsse nicht in der Lage, sich gegen das Bakterium zur Wehr zu setzen.

Risikofaktoren

  • Helicobacter pylori Infektion
  • Einnahme von Schmerz- und Entzündungshemmern wie Aspirin, Ibuprofen, Diclofenac
  • Kortison-Therapie
  • Rauchen
  • Blutgruppe 0
  • Stress
  • Depressionen
  • Alkoholkonsum
  • Kaffeekonsum
  • hohes Lebensalter

Folgen

Als Komplikationen können sich aus einem Ulcus ventriculi ein Magendurchbruch, eine Beschädigung der Blutgefäße und Magenkrebs entwickeln.

Behandlung

Erstaunlich oft heilt ein Magengeschwür, bei Veränderungen in der Lebensweise oder Medikation von selbst.

Die ärztliche Therapie besteht aus einer 3-fachen Medikamentengabe: Säurehemmer plus zwei verschiedene Antibiotika gegen das auslösende Bakterium Helicobacter pylori.

Zusammenfassung

Magengeschwür

Magengeschwüre gehören zu den häufigen chronischen Erkrankungen des MagensFoto: Syda Productions | Shutterstock

Das Magengeschwür ist eine häufige Erkrankung. Es handelt sich dabei um einen Defekt in der Magenschleimhaut. Die ausgelösten Beschwerden können vielfältig sein und sind nicht immer sofort auf ihre Ursache zurückführbar. Das typischste Symptom bei einem Magengeschwür ist ein deutlicher Schmerz in der Magenregion. Dieser Schmerz verstärkt sich häufig vor allem dann, wenn Nahrung aufgenommen wird. Der Schmerz wird entweder als drückend und dumpf oder als brennend empfunden. Als Hauptursache des Magengeschwürs gilt ein Befall der Magenschleimhaut mit dem Bakterium Helicobacter pylori.


Medizinjournalist


Sebastian () arbeitet seit Jahren für medizinische Publikationen. Er engagiert sich in Distributed Computing Projekten zur medizinischen Forschung. Sebastian ist verheiratet, hat ein Kind und lebt in Berlin.


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Quellen

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  • Konservative Therapie des Ulcus ventriculi – Autoren: Rösch, W – Publikation: DMW – Deutsche Medizinische Wochenschrift, 2008-03-26, Vol.106 (2), p.52-54 – DOI: 10.1055/s-2008-1070256
  • Ulkuskrankheit – Update – Autoren: Koop, Herbert ; Labenz, Joachim – Publikation: Gastroenterologie up2date, 2016-09, Vol.12 (3), p.193-208 – DOI: 10.1055/s-0042-112518
  • S2k-Leitlinie Helicobacter pylori und gastroduodenale Ulkuskrankheit – Autoren: Fischbach, W ; Malfertheiner, P ; Jansen, P. Lynen ; Bolten, W ; Bornschein, J ; Buderus, S ; Glocker, E ; Hoffmann, J. C ; Koletzko, S ; Labenz, J ; Mayerle, J ; Miehlke, S ; Mössner, J ; Peitz, U ; Prinz, C ; Selgrad, M ; Suerbaum, S ; Venerito, M ; Vieth, M – Publikation: Zeitschrift für Gastroenterologie, 2016-04, Vol.54 (4), p.327-363 – DOI: 10.1055/s-0042-102967
  • Ulkuskrankheit: Klinische Bewertung – Autoren: Malfertheiner, P ; Bellutti, M – Publikation: Der Internist, 2006-06, Vol.47 (6), p.588-595 – DOI: 10.1007/s00108-006-1630-y
  • Peptisches Ulkus, Ulkusblutung – Autoren: Caspary, Wolfgang F ; Stein, Jürgen ; Mössner, Joachim – Publikation: Therapie gastroenterologischer Krankheiten, 2005, p.70-79 – DOI: 10.1007/3-540-26660-7_8
  • Peptische Ulzera und Helicobacter pylori: Wie wir wissen, was wir wissen – Autoren: Scholl, Raphael – Publikation:
    Therapeutische Umschau, 2015-07, Vol.72 (7), p.475-480 – DOI: 10.1024/0040-5930/a000703
Nach medizinwissenschaftlichen Standards erstellt und geprüft. [Hinweise]
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