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Symptome der Alzheimer Demenz

Alzheimer

Alzheimer: Amyloid-Plaques an den Nervenzellen

Alzheimer: Amyloid-Plaques an den Nervenzellen
Foto: animaxx3d | Bigstock

Was ist Alzheimer?

Unter Alzheimer (med.: Morbus Alzheimer) versteht man eine degenerative Erkrankung des Nervensystems. Sie wird den irreversiblen Demenzerkrankungen zugerechnet.

Typische Symptome sind Einschränkungen der Wahrnehmungsfähigkeit, Gedächtnisverlust und Orientierungslosigkeit. Von dieser Krankheit, die überwiegend nach dem 65. Lebensjahr auftritt, sind weltweit mehr als 140 Millionen Menschen betroffen. Benannt wurde das Krankheitsbild nach dem deutschen Arzt Alois Alzheimer, der 1901 den ersten Fall dieser Krankheit dokumentierte.


ICD-10: F00 Demenz bei Alzheimer-Krankheit Ärztliche Anlaufstellen: Hausarzt, Allgemeinmediziner, Neurologe, Psychiater, gerontopsychiatrische Zentren, Demenzambulanz

Lesezeit: 6 Minuten

Alzheimer Symptome

SymptomBeschreibung
VergesslichkeitBetroffene können sich bspw. nicht mehr an Gesprächsinhalte erinnern, erzählen Dinge mehrfach
VerlierenAlzheimer Erkrankte verlegen ihre persönlichen Gegenstände und finden sie nicht wieder.
SprachproblemeWortfindungsstörungen und daraus resultierendes Gesprächsvermeidungsverhalten
Orientierungsschwierigkeitengewohnte Umgebungen werden plötzlich fremd, der Weg nach Hause nicht mehr gefunden
Stimmungsschwankungenschneller, spontaner Wechsel zwischen verschiedenen Gemütszuständen
eingeschränktes Urteilsvermögendas äußere Erscheinungsbild leidet, ist bspw. nicht dem Wetter / dem Anlass angepasst
RückzugBetroffene meiden plötzlich Gesellschaft, vernachlässigen lange gepflegte Hobbys
Erkennen von Personenbekannte Personen werden plötzlich nicht mehr erkannt oder verwechselt
Alltagsaufgabenalltägliche Aufgaben werden plötzlich mittendrin unterbrochen und vergessen
AuffassungsgabeLernfähigkeit und kognitive Leistungsfähigkeit nimmt stark ab
Bewegungsdrangstark zunehmender Bewegungsdrang
NotizenBetroffene verwenden plötzlich Notizen für einfache Aufgaben
SehstörungenGegenstände werde nicht richtig erkannt, es wird daneben gegriffen
VerhaltsstörungenMisstrauen gegenüber vertrauten Personen
AntriebslosigkeitVerlust von Interesse an eigenen Leidenschaften
Depressiontritt vor allem in frühen Stadien auf
Schlafstörungengestörter Schlaf-/Wachrhythmus

Alzheimer Symptome im Detail

Das bekannteste Symptom der Alzheimer-Krankheit ist die Vergesslichkeit. Da jeder Mensch ab und zu etwas vergisst, ein Wort oder der Name einer Person nicht abrufbar sind, wird bei Vergesslichkeit nicht unmittelbar an eine Erkrankung gedacht. Die Anfänge sind schwer von alltäglicher Zerstreutheit zu unterscheiden.

Vergesslichkeit

Angehörige schöpfen oft erst dann Verdacht, wenn sie dreimal hintereinander den gleichen Anruf bekommen oder mehrmals täglich die gleiche Frage beantworten müssen.

Viele alltägliche Handlungen werden von der erkrankten Person einfach mittendrin unterbrochen und dann vergessen. Das bekannteste und von den Angehörigen gefürchtetste Beispiel ist der Herd, der vor Stunden angestellt und einfach vergessen wurde.

Die Vergesslichkeit bezieht auch das Liegenlassen von Gegenständen mit ein – und das an den ungewöhnlichsten Orten. So findet sich der Autoschlüssel im Gefrierfach wieder, die Butterdose im Bücherschrank. Da die Plätze ständig wechseln und sich der Betroffene in keinster Weise daran erinnern kann, wo der Gegenstand abgelegt wurde, ist die Suche nicht selten eine zeitraubende Angelegenheit.

Sprachprobleme

Zusätzlich treten häufig Sprachprobleme auf. Dem Erkrankten fallen einzelne Wörter nicht mehr ein. Um unangenehme Pausen zu überspielen, werden dann Füllwörter eingesetzt, damit der Satz zu Ende gesprochen werden kann. Einige Patienten reden mit der Zeit immer weniger, weil es ihnen unangenehm ist und das Sprechen zu anstrengend  erscheint.

Auch das konstruktive Denken wird schwieriger. Rechenaufgaben oder das Zeichnen einfachster Gegenstände stellen ein Problem dar. Überhaupt werden Entscheidungen immer weniger selbst getroffen, und wenn, dann ungern oder zögerlich.

Orientierungsschwierigkeiten

Schreitet die Krankheit weiter fort, treten häufig Orientierungsprobleme auf. Gewohnte Umgebungen erscheinen plötzlich fremd. Der Weg zum Supermarkt, der seit Jahren gefahren wird, sind den Betroffenen plötzlich völlig unbekannt.

Es kann passieren, dass die eigene Straße nicht erkannt wird. Nicht selten steht eine erkrankte Person vor der eigenen Wohnung und weiß nicht, wie sie nach Hause kommt. Neben der räumlichen macht auch die zeitliche Orientierung Probleme. So werden schon mal Wochentage vertauscht, oder Jahreszahlen durcheinander gebracht.

Stimmungsschwankungen

Typisch sind auch Stimmungsschwankungen. Diese können von einer Sekunde zur anderen auftreten, oft ohne erkennbaren Auslöser. Einige Patienten werden aggressiv und körperlich. Eine fröhliche, ausgelassene Stimmung kann innerhalb von Sekunden in eine depressive umschlagen und umgekehrt.

Die Persönlichkeit ändert sich mit dem Alter bei jedem Menschen, auch bei Gesunden. Eine selbstbewusste Person wird mit der Zeit zurückhaltender und ist nicht mehr so präsent. Durch die Alzheimer-Krankheit wird diese Entwicklung verstärkt. Unsicherheit, Angst und Misstrauen können auftreten. Auch Eifersucht ist eine typische Begleiterscheinung.

Urteilsvermögen

Das Urteilsvermögen lässt nach, bspw. in Bezug auf die eigene Kleidung. Nicht selten werden etwa bei warmen Temperaturen mehrere Oberteile übereinander getragen, oder der Betroffene geht im Nachthemd auf die Straße. Flecken auf der Kleidung oder falsch zugeknöpfte Jacken stören meist gar nicht mehr.

Rückzug

Alzheimer-Patienten ziehen sich mit der Zeit immer weiter zurück. Waren sie sonst gerne unterwegs oder in Gesellschaft, so bleiben sie immer öfter zu Hause. Hobbys, mit denen sie sich jahrelang gerne beschäftigt haben, sind auf einmal nicht mehr interessant.

Auch fangen viele Betroffene an, sich selbst zu vernachlässigen. Gerade deshalb ist das gesamte Umfeld aus Familie, Freunden und Nachbarn besonders wichtig für eine erkrankte Person.

Ein geregelter Tagesablauf, der nach einem immer wieder kehrenden Rhythmus verläuft, ist das wichtigste, um einem an Alzheimer erkrankten Menschen die notwendige Sicherheit im Alltag zu geben.

Krankheitsverlauf

Zu den ersten Anzeichen gehören ein vermindertes Kurzzeitgedächtnis, ein eingeschränktes Vokabular und häufiges Wiederholen bereits vorangegangener Äußerungen.

Im Mittelstadium treten diese Störungen häufiger und intensiver auf. Die Patienten vergessen bereits erlernte Fähigkeiten und haben Schwierigkeiten, neue Dinge auch der einfachsten Art zu erlernen und sie zu reproduzieren. Komplexe Zusammenhänge werden nicht mehr richtig eingeordnet, sodass bei der Bewältigung des Alltags teilweise Hilfe nötig ist.

Das Spätstadium geht mit dem fast vollständigen Verlust der Erinnerung an frühere Ereignisse einher. Vertraute Menschen werden nicht mehr erkannt, das Gefühl für Ort und Zeit geht verloren und selbst die eigene Persönlichkeit befindet sich nun außerhalb der Wahrnehmung.

Alzheimer Geschichte

Obwohl der Psychiater Alois Alzheimer als Laborleiter in München tätig war, begleitete er ab 1901 eine Frau, die im Alter von 50 Jahren in die Frankfurter Nervenklinik eingewiesen wurde. Er beobachtete und notierte die Symptome und den Verlauf der Krankheit ganz genau. Nach ihrem Tod im Jahre 1906 ließ er sich das Gehirn schicken, stellte genauste Untersuchungen an und veröffentlichte im Anschluss die Ergebnisse.

In den folgenden Jahren tauchten immer wieder Fälle mit dem gleichen Krankheitsbild auf. Ab 1910 benannte man die Erkrankung nach der Person, die so viel Zeit und Energie in die Erforschung dieser noch unbekannten Krankheit gesteckt hatte. Man nannte sie ‚Alzheimer Krankheit‘, in Medizinkreisen ‚Morbus Alzheimer‘.

Ursachen, Risikofaktoren und klinische Veränderungen

Obwohl bei Alzheimer bestimmte strukturelle Veränderungen im Gehirn klar feststellbar sind, lassen sich daraus keine spezifischen Ursachen ableiten. Genetische Risikofaktoren werden bei der Ursachenforschung genauso in Betracht gezogen wie bestimmte entzündliche Prozesse oder Infektionen der beteiligten Hirnregionen.

Zu den Risikofaktoren zählen erlittene Schädelverletzungen, Diabetes, Bluthochdruck und erhöhte Cholesterinwerte.

Im Zuge der Alzheimer-Krankheiten kommt es zum Absterben von Nervenzellen (Neuronen) und infolgedessen zu einer Verringerung der Hirnmasse. Ausgelöst wird dieser nicht mehr rückgängig zu machende Vorgang durch die Anlagerung von eiweißhaltigen Plaques an die Nervenzellen.


Medizinjournalist


Sebastian () arbeitet seit Jahren für medizinische Publikationen. Er engagiert sich in Distributed Computing Projekten zur medizinischen Forschung. Sebastian ist verheiratet, hat ein Kind und lebt in Berlin.


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Quellen und weiterführende Literatur

  • Alzheimer-Demenz – Autoren: Förstl, Hans; Kurz, Alexander; Hartmann, Tobias; Förstl, Hans – Publikation: Demenzen in Theorie und Praxis, 2011, p.47-72 – DOI: 10.1007/978-3-642-19795-6_4
  • Demenzen – Autoren: Förstl, H; Bickel, H; Perneczky, R; Hüll, M; Daffertshofer, M; Berlit, Peter – Publikation: Klinische Neurologie, 2012, p.925-953 – DOI: 10.1007/978-3-642-16920-5_40
  • 2016 Alzheimer’s disease facts and figures – Autoren: Alzheimer’s Association – Publikation: Alzheimers Dement
    . 2016 Apr;12(4):459-509. – DOI: 10.1016/j.jalz.2016.03.001
  • Dissociating Normal Aging from Alzheimer’s Disease: A View from Cognitive Neuroscience – Autoren: Max Toepper – Publikation: J Alzheimers Dis
    . 2017;57(2):331-352. – DOI: 10.3233/JAD-161099
Nach medizinwissenschaftlichen Standards erstellt und geprüft. [Hinweise]
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