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Hautkrankheiten

Schuppenflechte (Psoriasis)

Schuppenflechte hinter dem Ohr

Schuppenflechte hinter dem Ohr (Foto: Claudia Pylinskaya | Shutterstock)

Was ist eine Schuppenflechte?

Schuppenflechte (medizinisch: Psoriasis) ist eine entzündliche Erkrankung der Haut. Sie ist vor allem durch schuppende Hautveränderungen und starken Juckreiz gekennzeichnet. Sie ist nicht ansteckend.

Die Veranlagung für die Ausbildung einer Schuppenflechte ist vererblich. Die Schuppenflechte ist eine Erkrankung des Immunsystems. Immunzellen reagieren auf gesunde Hautzellen wie bei einer Verletzung. Sie lösen eine Entzündungreaktion aus und beschleunigen die Erneuerungsprozesse.

ICD-10: L40 Psoriasis Ärztliche Anlaufstellen: Hautarzt (Dermatologe)

Lesezeit: 4 Minuten

Schuppenflechte Bilder

Wo tritt Schuppenflechte auf?

Schuppenflechte ist eine chronische Hauterkrankung, die jedoch nicht ansteckend ist. Am häufigsten findet man Hautveränderungen am Ellenbogen, am Knie, in der Gesäßspalte sowie am behaarten Kopf – meist stark juckend. Auch die Fingernägel können betroffen sein. In diesem Bereich finden häufig Veränderungen wie Einsenkungen, Verdickung der Nagelplatte oder ölfleckartige Verfärbungen statt.

Die befallenen Hautstellen können sich von einzelnen, wenigen Stellen bis über den gesamten Körper ausbreiten. Bei ca. fünf bis zehn Prozent der Betroffenen treten zusätzlich zu den Hautsymptomen rheumatische Gelenkentzündungen auf. In vielen Fällen sind gerade die kleinen Fingergelenke betroffen.

Typische Lokalisationen der Schuppenflechte

  • Haaransatz
  • Beine
  • Ellenbogen
  • Bauch
  • Nacken
  • hinter dem Ohr
  • Hand

Wie verläuft die Schuppenflechte?

Schuppenflechte kann in jedem Alter auftreten, im Säuglingsalter aber ausgesprochen selten. Meist ist dies erstmalig während der Pubertät der Fall, aber auch zwischen dem 40. Und 50. Lebensjahr kann man mit dieser Krankheit zum ersten Mal Bekanntschaft machen. Der Krankheitsverlauf ist individuell außerordentlich verschieden. Manchmal kommt es zu einer schubweisen Verschlechterung der Symptome, welche nicht selten durch besondere Belastungen wie z.B. Stress ausgelöst werden. Ebenso kann eine Hautreizung oder Verletzung Auslöser bestimmter Symptome sein. Im Herbst und Frühjahr ist allgemein ein schlechterer Hautzustand zu beobachten.

Wie kann man die Schuppenflechte behandeln?

Wenden Sie sich vertrauensvoll an Ihren Arzt, um festzustellen, ob es sich bei Ihren Beschwerden tatsächlich um Schuppenflechte handelt. Danach sollten weitere mögliche Therapiemaßnahmen besprochen werden. Grundsätzlich gibt es äußerlich anwendbare Medikamente, welche entweder in Tabletten- oder Infusionsform verabreicht werden sowie besondere Formen der Bestrahlung. Welche Therapie angewandt wird, richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung bzw. daran, wie gut Ihr Körper auf die verschiedenen Möglichkeiten anspricht. Die Kombination mehrerer Therapieformen ist durchaus möglich.

Tritt die gewünschte Wirkung nicht ein, kann das Behandlungsverfahren nach Ablauf einer bestimmten Zeitspanne gewechselt werden – dies ist in vielen Fällen hilfreich. Eine Therapie erfolgt meist nur dann, wenn gerade Beschwerden bestehen. Im symptomfreien Intervall wird die Behandlung auf Hautpflegemaßnahmen reduziert. Nur in besonders schweren Fällen wird zusätzlich eine Therapie zur Verzögerung des nächsten Schubes durchgeführt.

Schuppenflechte und Diabetes

Die Schuppenflechte wird häufig allein als Hauterkrankung betrachtet. Dabei liegt ihr eine fundamentale Störung des Immunsystems zugrunde, die weitreichende gesundheitliche Konsequenzen haben kann.

So kommt etwa eine dänische Studie zu dem Ergebnis, dass die Schuppenflechte, das Risiko, an Diabetes (Typ 2) zu erkranken, deutlich erhöht. Eine milde Psoriasis steigert das Diabetes-Risiko um etwa 50 Prozent, während schwere Formen das Risiko für die Zuckerkrankheit sogar verdoppeln. Eine US-Metastudie, die 27 Studien mit über 300.000 Probanden analysiert hat, bestätigt diesen Zusammenhang.1,2

Als auslösenden Mechanismus vermutet man die Entzündungsreaktionen, die die Schuppenflechte hervorruft. Die durch die Hautentzündung ausgeschütteten Entzündungsfaktoren gelangen in den Blutkreislauf, verbreiten sich im ganzen Körper und steigern die Insulinresistenz.


Medizinjournalist


Sebastian () arbeitet seit Jahren für medizinische Publikationen. Er engagiert sich in Distributed Computing Projekten zur medizinischen Forschung. Sebastian ist verheiratet, hat ein Kind und lebt in Berlin.


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Quellen

  • Höheres Diabetes Risiko bei Schuppenflechte | USA (Metastudie) Autoren: Rahat S. Azfar, MD; Nicole M. Seminara, MD; Daniel B. Shin, BA; et al- Increased Risk of Diabetes Mellitus and Likelihood of Receiving Diabetes Mellitus Treatment in Patients With Psoriasis – Publikation: Arch Dermatol. 2012;148(9):995-1000. DOI: 10.1001/archdermatol.2012.1401
  • Höheres Diabetes Risiko bei Schuppenflechte Dänemark – ESC-Abstract 2216: Khalid et al. – Psoriasis is associated with increased risk of incident diabetes mellitus: a Danish nationwide cohort study. 14th Meeting of the European Society of Cardiology (ESC). 25. – 29. August, München. Abstract 2216. Präsentiert am 27.08.2012
Nach medizinwissenschaftlichen Standards erstellt und geprüft. [Hinweise]
« Magenkrebs (Magenkarzinom)
» Hand-Fuß-Mund-Krankheit (HFMK)