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ADHS Statistik
In fast jeder Klasse schluckt ein Kind Ritalin

ADHS Ritalin

Die Verordnung von Medikamenten ist stark ausgeweitet worden
(Foto: Suzanne Tucker | Shutterstock)

Aktuelle Statistiken zeigen eine deutliche Ausweitung der Medikamentenverordnung bei ADHS. Die Verordnung wurde inzwischen eingeschränkt.

Lesezeit: 2 Minuten

Aktualisierung: die ergriffenen Maßnahmen zeigen inzwischen Wirkung. Die Zahl der Verschreibungen von Psychostimulanzien an Kinder und Jugendliche mit ADHS geht zurück. Für Methylphenidat (Ritalin) um 10 Prozent von 2011 auf 2013. Seit 2014 steigen die Ritalin-Verordnungen wieder leicht an. Sie haben das Hoch aber bis 2018 nicht erreicht.

Nicht jedes aktive Kind hat ADHS

Kinder, die früher als Zappelphilipp abgestempelt und zum Sport geschickt wurden, werden heute oft wegen ihrer Hyperaktivität therapiert und mit Medikamenten ruhig gestellt. Und obgleich das Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) heute als anerkannte psychische Störung gilt, kommen allmählich Zweifel an der Verbreitung und den Therapiekonzepten auf.

So hat die DAK im Rahmen einer Untersuchung festgestellt, dass je nach Bundesland zwischen 3 und 4 Prozent der Kinder 2008 wegen ADHS mit Medikamenten therapiert werden. Das entspricht einen satten Anstieg im hohen einstelligen Prozentbereich gegenüber dem Vorjahr. Die Jungen sind dabei etwa viermal so häufig betroffen wie ihre weiblichen Geschlechtsgenossen.

Ritalin wird nur noch unter Auflagen verordnet

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat inzwischen reagiert und die Verordnung von Medikamenten auf Methylphenidat-Basis – wie zum Beispiel Ritalin – aufgrund der möglichen Nebenwirkungen und Fehlverordnungen deutlich eingeschränkt. Die Behandlung darf nur noch unter Aufsicht eines Spezialisten für Verhaltensstörungen erfolgen und muss eine regelmäßige Kontrolle von Blutdruck, Körpergröße und Gewicht beinhalten.

Mögliche Nebenwirkungen werden untersucht

Zur Untersuchung von Langzeiteffekten sind klinische Studien angeordnet worden. Im Vorfeld wurde von Nebenwirkungen wie erhöhter Reizbarkeit, Bluthochdruck und Wachstumsstörungen berichtet.


Medizinjournalist


Sebastian () arbeitet seit Jahren für medizinische Onlinemedien. Er engagiert sich ehrenamtlich in BOINC-Projekten zur Krebsforschung. Sebastian ist verheiratet, hat ein Kind und lebt in Berlin.

Nach medizinwissenschaftlichen Standards erstellt und geprüft. [Hinweise]
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