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Corona Omikron Variante aus Südafrika ▷ Wie gefährlich ist B.1.1.529?

Coronavirus

Coronavirus: Die Variante B.1.1.529 gibt Anlass zur Sorge Foto: stockklemedia | Shutterstock

Die Omikron Variante (B.1.1.529)

Die Variante B.1.1.529 (Omikron) wurde erstmals am 9. November 2021 in einer Probe aus Südafrika entdeckt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Variante am 26. November 2021 als „besorgniserregend“ (engl. variant of concern / VOC) eingestuft. Mit 32 Mutationen trägt die neue Coronavirus-Variante mehr als doppelt so viele Veränderungen im Spike-Protein wie die hierzulande verbreitete Delta-Variante.

Lesezeit: 10 Minuten

Was ist bislang über B.1.1.529 (Omikron) bekannt

Tests / Nachweis: Die Variante B.1.1.529 ist mit den derzeit eingesetzten SARS-CoV-2 PCR Tests nachweisbar.3 Auch die bislang überprüften Antigen-Schnelltests reagieren auf die neue Virusvariante.

Einstufung: Die Variante des Coronavirus ist als „besorgniserregende Variante“ (engl. variant of concern) eingestuft

Name / Bezeichnung: B.1.1.529 hat von der WHO den Kurznamen „Omikron“ bekommen.

Mutationen: B.1.1.529 weist 32 Mutationen im Spike-Protein auf.

Daten aus Südafrika

Neuinfektionen und Tote in SüdafrikaDiagramm: Neuinfektionen und Tote in Südafrika

Was wird vermutet / befürchtet?

Resistenz: Die Corona-Variante Omikron könnte resistent gegen die bisherigen Impfstoffe und Medikamente sein.

Übertragbarkeit: Omikron könnte leichter übertragbar als bisherige Varianten sein – iInsbesondere als die aktuell dominierende Delta-Variante.

Pathogenität: Omikron könnte zu einem schwereren Krankheitsverlauf führen.

Wirken die Impfungen bei Omikron?

Das ist bislang unklar. Es wird etwa zwei Wochen dauern, bis man dazu verlässliche Aussagen machen kann.

Moderna hat aber bereits angekündigt, einen Varianten-spezifischen Impfstoff gegen Omikron zu entwickeln.

Biontech hat umfassende Analysen der Variante angekündigt: „Wir können die Besorgnis von Experten nachvollziehen und haben unverzüglich Untersuchungen zur Variante B.1.1.529 eingeleitet.“

Symptome der neuen Coronavirus-Variante Omikron

Bislang gibt es noch keine verlässliche Beschreibung einer veränderten / typischen Symptomatik. Aus Südafrika gibt es allenfalls Einzelberichte über starke Müdigkeit (Fatique) und hohe Pulswerte (Tachykardie).

Die bislang Erkrankten zeigen keine schweren Verläufe. Allerdings sind die meisten Betroffenen auch sehr jung.

Der bisher typische Geruchs- und Geschmacksverlust ist bei den südafrikanischen Patienten bisher nicht aufgetreten.5

In welchen Ländern wurde die Omikron-Variante bisher nachgewiesen?

Nach dem Auftreten in südlichen Ländern Afrikas breitet sich die Virus-Variante in Ländern direkter Flugziele aus:

Afrika

  • Botswana
  • Südafrika

Amerika

  • Kananda
  • USA

Asien

  • Hong Kong

Europa

  • Belgien
  • Dänemark
  • Deutschland
  • Großbritannien
  • Israel
  • Italien
  • Niederlande
  • Portugal
  • Österreich
  • Schottland

Äußerungen bekannter Personen zur Omikron-Variante

„Wieso ist neue Variante B11529 so gefährlich? Wie kommt man darauf? Weil sie fast alle Mutationen von Alpha, Beta, Gamma und Delta zusammen hat.“

SPD-Politiker, Karl Lauterbach auf Twitter, 26.11.2021

„Nach derzeitigem Ermessen sollte man davon ausgehen, dass die verfügbaren Impfstoffe grundsätzlich weiterhin schützen“

Virologe, Christian Drosten, 26.11.2021 gegenüber DPA

„Ich bin schon ziemlich besorgt im Moment“

Virologe, Christian Drosten, 29.11.2021 gegenüber dem ZDF

„Mit dem Auftreten der potenziell hochaggressiven Virusvariante Omikron stehen wir erneut vor einer Stunde Null in der Pandemiebekämpfung. Eine nationale Notlage erfordert den Schulterschluss aller Länder, sowie alter und neuer Bundesregierung.“

Ministerpräsident des Saarlands, Tobias Hans, 27.11.2021

„Die Coronavirus-Impfstoffe sind ungewöhnlich effizient, da sie nicht nur die Bildung von Antikörpern induzieren, sondern auch die zytotoxischen Killerzellen induzieren. Also: Kein Grund zur Panik, aber genau beobachten, wie sich diese neue Variante entwickelt.“

Präsidenten der Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten, Helmut Fickenscher zur Welt

„Es kann sein, dass es hochgradig übertragbar ist, aber bisher sind die Fälle, die wir sehen, extrem mild. Vielleicht werde ich in zwei Wochen eine andere Meinung haben, aber das ist es, was wir sehen.“

Angelique Coetzee, Vorsitzende der südafrikanischen Ärztevereinigung zu The Guardian

„Südafrika hat eine junge Bevölkerung, und es ist ermutigend, dass die Ärzte dort berichten, dass Omikron leichte Symptome verursacht, ohne dass die Zahl der Krankenhauseinweisungen zunimmt. Wir müssen jedoch abwarten, was passiert, wenn die Variante in ältere Altersgruppen vordringt, die für Covid am anfälligsten sind.“

Fergus Walsh, Medizinjournalist, BBC

„Vorläufige Daten deuten darauf hin, dass die Zahl der Krankenhausaufenthalte in Südafrika zunimmt, was jedoch eher auf die steigende Gesamtzahl der Infizierten als auf eine spezifische Infektion mit Omikron zurückzuführen sein könnte.“

WHO, Update

„Die Omikron-spezifischen Booster kommen realistischerweise nicht vor März und vielleicht eher im zweiten Quartal.“

Stephen Hoge, Moderna zu Reuters

„Dieses hoch mutierte Virus kam früher, als ich erwartet hatte. Ich hatte irgendwann nächstes Jahr damit gerechnet und es ist schon bei uns.“

Ugur Sahin, Biontech

„Alle Wissenschaftler, mit denen ich gesprochen habe, sind der Meinung: ,Das sieht nicht gut aus‘.“

Stephane Bancel, Moderna

Interessante Fakten zur Omikron-Variante

B.1.1.529 ist eine Untervariante der Variante B.1.1 und damit des Betacoronavirus SARS-CoV-2.

Bereits am 24. November wurde die Variante von der WHO als „Variant Under Monitoring“ eingestuft.

Den Ursprung der neuen Variante vermutet man bislang im südlichen Afrika.

1. Dezember 2021

Omikron wurde inzwischen in weiteren Ländern nachgewiesen und erreicht mit zwei Fällen in Brasilien auch Südamerika.

In Nigeria zirkuliert die Omikron-Variante offenbar schon seit Oktober. Man hat sie nachträglich durch Sequenzierungen alter Proben nachgewiesen.

Auch in den USA (Kalifornien) ist ein erster Fall mit Omikron bestätigt worden. Es handelt sich über eine Person, die zuvor aus Südafrika zurückgekehrt war.

29. November 2021

Omikron hat Österreich erreicht. Ein Verdachtsfall aus Tirol wurde inzwischen bestätigt.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht ein sehr hohes globales Risiko durch die Omikron-Variante. In einer Mitteilung an die Mitgliedsstaaten warnt man von einer großen Wahrscheinlichkeit der globalen Ausbreitung. Man rechne in Folge der Verbreitung mit steigenden Fallzahlen und rief erneut zur Erhöhung des Impftempos – vor allem bei Hochrisikogruppen – auf

Auch in Kanada sind zwei Omikron-Fälle bestätigt worden. Die beiden Personen aus Ottawa waren aus Nigeria eingereist.

Marokko stoppt als Reaktion auf die neue Corona-Variante alle Flüge aus dem Ausland.

Auch in Portugal ist die neue Coronavirus-Variante angekommen. Beim Fußball-Club „Belenenses SAD“ sind 13 Spieler und Mitarbeiter positiv auf Omikron getestet worden.

Japan hat einen Einreisetopp verhängt.

In Schottland sind sechs Fälle mit der Omikron-Variante nachgewiesen worden. In Schottland gilt für Rückkehrer aus den Ländern des südlichen Afrikas eine 10-tägige Quarantänepflicht.

28. November 2021

Der Omikron-Verdachtsfall aus Hessen wurde heute bestätigt. Bei dem Patienten wurde durch Sequenzierung die Corona-Variante nachgewiesen.

In den Niederlanden gibt es 13 bestätigte Fälle mit der Omikron-Variante. Von 600 angekommenen Passagieren waren 61 positiv auf Corona getestet worden.

Auch in Dänemark gibt es zwei bestätigte Fälle mit der Omikron-Variante. Das staatliche Gesundheitsinstitut SSI hat die Infektionen bei zwei aus Südafrika eingereisten Personen bestätigt.

Moderna kündigt einen neuen variantenspezifischen Impfstoffkandidaten gegen Omicron (mRNA-1273.529) an.4

Moderna verfolgt generell die Strategie, variantenspezifische Auffrischungsimpfungen für alle bedeutenden Varianten zu entwickeln. Im Jahr 2021 hat das Unternehmen bereits Beta- und Delta-spezifische Booster entwickelt. Man sieht sich in der Lage, neue Kandidaten innerhalb von 60-90 Tagen zur klinischen Prüfung zu bringen.

„Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir bei der Bekämpfung der Pandemie unbedingt proaktiv handeln müssen, wenn sich das Virus weiterentwickelt. Die Mutationen in der Omikron-Variante sind besorgniserregend, und seit einigen Tagen arbeiten wir so schnell wie möglich an der Umsetzung unserer Strategie zur Bekämpfung dieser Variante“, sagte Stéphane Bancel, Chief Executive Officer von Moderna. „Wir haben drei Verteidigungslinien, die wir parallel vorantreiben: Wir haben bereits einen höher dosierten Booster von mRNA-1273 (100 µg) evaluiert, zweitens erproben wir bereits zwei multivalente Booster-Kandidaten, die darauf ausgelegt sind, Mutationen wie die in der Omikron-Variante aufgetauchten zu antizipieren. Die Daten werden in den kommenden Wochen erwartet, und drittens bringen wir einen Omikron-spezifischen Booster-Kandidaten (mRNA-1273.529) rasch voran.“

Südafrika verschärft die eigenen Infektionsschutzmaßnahmen aufgrund des Auftretens der Corona-Variante zunächst nicht. In einer Woche wolle man die Lage neu bewerten.

Kritik an Reisesperren: Der Südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa hat die von anderen Ländern gegen Südafrika verhängten Reisesperren kritisiert. Seiner Ansicht nach werde das Land dafür bestraft, frühzeitig Informationen über die Corona-Variante herausgegeben zu haben.

Großbritannien hat wegen der neuen Coronavirus-Variante Omikron eine Dringlichkeitssitzung der G7-Gesundheitsminister einberufen. Die G7 bestehen aus Deutschland, Frankreich, Kanada, Italien, Japan und den USA.

27. November 2021

Der in Belgien gefundene Fall hat keinen Reisehintergrund. Die infizierte Person war zuvor nicht in Afrika und hat sich vermutlich im Land angesteckt.

In Deutschland (Hessen) gibt es einen ersten Verdachtsfall. Kai Klose – Staatsminister für Soziales und Integration – twittert: „Bei einem Reiserückkehrer aus Südafrika wurden gestern Nacht mehrere für Omikron typische Mutationen gefunden. Es besteht also ein hochgradiger Verdacht, die Person wurde häuslich isoliert. Die vollständige Sequenzierung steht zum aktuellen Zeitpunkt noch aus.“

61 Corona-Fälle bei zwei Flügen: Die niederländischen Gesundheitsbehörden teilten mit, dass 61 Personen, die am Freitag mit zwei Flügen aus Südafrika in Amsterdam ankamen, positiv auf COVID-19 getestet wurden. Es wurden weitere Tests angekündigt, die feststellen sollen, ob es sich bei den Infektionen um die kürzlich entdeckte Variante des Omikron-Coronavirus handelt.

Auch in Großbritannien sind zwei Fälle mit der Corona-Variante festgestellt worden. Beide Personen waren zuvor in Südafrika. Die Betroffenen aus Nottingham und Chelmsford sind mit ihrem gesamten Haushalt unter Quarantäne gestellt worden.

Deutschland hat die ersten bestätigten Omikron-Fälle. Bei zwei Fluggästen aus Südafrika wurde in München die Variante nachgewiesen.

Auch in Tschechien und Italien wurde die neue Corona-Variante inzwischen nachgewiesen. In den Niederlanden gibt es mehrere Verdachtsfälle.

26. November 2021

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärt die neue Coronavirus-Variante zu einer „Variant of Concern“ (dt. besorgniserregende Variante) und gibt ihr die Bezeichnung „Omikron“. Die WHO rät aber vom Erlass von Reisebeschränkungen ab. Die WHO schätzt die Variante wie folgt ein:

„Diese Variante weist eine große Anzahl von Mutationen auf, von denen einige bedenklich sind. Vorläufige Erkenntnisse deuten darauf hin, dass das Risiko einer Reinfektion mit dieser Variante im Vergleich zu anderen besorgniserregenden Varianten erhöht ist. Die Zahl der Fälle dieser Variante scheint in fast allen Provinzen Südafrikas zuzunehmen.“1

Die britische Wissenschaftlerin Susan Hopkins (Imperial College) bezeichnete B.1.1.529 als „die besorgniserregendste, die wir je gesehen haben“.

Deutschland erlässt Reisebeschränkungen. Südafrika, Namibia, Simbabwe, Botswana, Mosambik, Swasiland, Malawi und Lesotho werden zu Virusvariantengebieten erklärt. Nur noch deutsche Staatsbürger und in Deutschland lebende Menschen dürfen einreisen. Einreisende müssen sich für zwei Wochen in Quarantäne begeben und können sich daraus nicht freitesten.2

Weitere Länder – etwa die USA, Russland und Großbritannien – schränken Reisen aus Südafrika ein.

Bislang sind 70 Nachweise der neue Variante des Coronavirus (Omikron) in der südafrikanischen Provinz Gauteng erfolgt. Die Provinz Gauteng, zu der auch Johannesburg gehört, war zuvor mit einem ungewöhnlich schnellen Fallzahlenanstieg aufgefallen.

Weitere Nachweise der neuen Coronavirus-Variante erfolgten in Botswana, Israel und Hongkong. Der israelische Fall ist zuvor aus Malawi eingereist.

25. November 2021

Die Corona-Variante Omikron wird erstmals auf breiter Basis in deutschen und internationalen Medien thematisiert.

Aufgrund der zahlreichen Mutationen der neuen Corona-Variante werden Auswirkungen in drei Bereichen befürchtet:

  1. Das Virus könnte leichter übertragbar als bisherige Varianten sein.
  2. Das Virus könnte sich der Schutzwirkung der verfügbaren Impfungen und der durch eine durchlittene Infektion erworbenen Immunität entziehen.
  3. Das Virus könnte schwerere Krankheitsverläufe auslösen. (erhöhte Virulenz / Pathogenität)

Der Verdacht besteht derzeit ausschließlich auf Basis der Sequenzierung des Virusgenoms. Die Auswertung klinischer Daten steht noch aus.

Südafrikas Behörden haben in einer Pressekonferenz selbst auf die neue Variante aufmerksam gemacht. Diese schnelle Transparenz wurde international gelobt. Zuvor war die Coronavirus Variante Omikron bereits in anderen Ländern des südlichen Afrikas (etwa Botswana) aufgetaucht.


Medizinjournalist


Sebastian () arbeitet seit Jahren für medizinische Publikationen. Er engagiert sich in Distributed Computing Projekten zur medizinischen Forschung. Sebastian ist verheiratet, hat ein Kind und lebt in Berlin.


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Quellen und weiterführende Literatur

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Nach medizinwissenschaftlichen Standards erstellt und geprüft. [Hinweise]
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