Narkosemittel Propofol wird knapp - Lieferengpass

Propofol
Auch Propofol wird knapp (Foto: tloventures | Bigstock)

Die Situation bei der Medikamentenversorgung in Deutschland verschärft sich. Schon seit längerem warnen Ärzte und Gesundheitsexperten vor einer Knappheit, die den Versorgungsstandard in Deutschland gefährden könnte.

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So hatte eine kleine Anfrage der FDP-Fraktion im Bundestag ergeben, dass die Zahl der Lieferengpässe von 2015 bis 2017 von 40 auf 268 angestiegen ist.1 2 Seitdem ist die Anzahl der betroffenen Medikamente weiter angestiegen.3

Knappheit auch bei Propofol

Jetzt ist offenbar auch das populäre Narkosemittel Propofol betroffen. Der Präsident des Berufsverbands Deutscher Anästhesisten (BDA) Prof. Dr. Götz Geldner warnt in der „Welt am Sonntag“ vor einer Zuspitzung der Lage, die das hohe Behandlungsniveau in Deutschland gefährden könnte. Vor allem kleine Kliniken und niedergelassene Ärzte – ohne große Vorratshaltung – seien betroffen.

Ursachen für die Engpässe

Experten machen vor allem die Konsolidierung innerhalb der Pharmabranche und die Konzentration der Hersteller auf margenstarke Medikamente für die Knappheit verantwortlich. Der BDA-Präsident kritisierte diese Geschäftspraxis mit den Worten: „Wer in Deutschland seine teuren Krebsmedikamente verkaufen will, muss auch die billigen, aber versorgungsrelevanten Medikamente verkaufen.“

Der Verband der forschenden Pharmaunternehmen hingegen sieht in den Lieferengpässen keine bewusste Entscheidung seitens der Hersteller. Der Verband führt eine ganze Reihe von Gründen an, die zu Lieferproblemen führen können. Dazu gehören neben Problemen bei der Rohstoffversorgung und produktionsbedingten Ausfällen auch Parallelexporte von deutschen Beständen in das Ausland.

Forderungen nach Strafen

Aus dem politischen Raum werden erste Forderungen nach Sanktionen für nicht-lieferfähige Pharmaunternehmen laut. So bringt etwa SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach in einem Interview mit dem Deutschlandfunk Strafen ins Gespräch.4

Ibuprofen-Lieferbarkeit in Gefahr

Die Produktion wichtiger Medikamente beschränkt sich oft auf nur wenige Standorte, was die Versorgung anfällig macht. So droht auch für das beliebte Schmerzmittel Ibuprofen eine Knappheit. Ursache ist die vorübergehende Stilllegung einer Produktionsanlage in Texas. Insgesamt stellen nur sechs Fabriken den weltweiten Bedarf an Ibuprofen her.


Medizinjournalist
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Sebastian () arbeitet seit Jahren für medizinische Onlinemedien. Er engagiert sich ehrenamtlich in BOINC-Projekten zur Krebsforschung. Sebastian ist verheiratet, hat ein Kind und lebt in Berlin.

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