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Zahlen, Diagramme, Einschätzungen
Corona-Virus: Die Lage in Spanien

Spanien meldete heute 5.756 Neuinfektionen – das sind 424 weniger als am Vortag. Das Gesundheitssystem Spaniens ist mit dem hohen Patientenaufkommen überfordert. In vielen Kliniken des Landes herrscht Chaos. Die Zahl der Toten übersteigt mit 15.238 den Wert Chinas um mehr als den Faktor 4.

Lesezeit: 1 Minuten

Das Wachstum der Fallzahlen ist inzwischen reduziert. Statt der Wachstumsrate von 25 Prozent, die typisch für Länder ohne Eingriffe in das öffentliche Leben ist, wächst die Zahl der Neuerkrankungen aktuell mit ca. 4 Prozent.

Die aktuellen Zahlen machen Hoffnung. Zwar ist die Zahl der Neuinfektionen noch immer zu hoch für das spanische Gesundheitssystem. Der starke Abfall des Fallwachstums verspricht aber eine Entlastung.

Der Anstieg der kalkulatorischen Fallsterblichkeit – aktuell liegt sie bei 10 Prozent – ist typisch für ein Gesundheitssystem, das seine Leistungsgrenze überschritten hat.

Fallsterblichkeit

Die in unseren Beiträgen genutzte „Fallsterblichkeit“ ist eine reine Rechengröße. Sie ist – aufgrund unterschiedlicher Erhebungsmethoden und Teststrategien – nicht für internationale Vergleiche geeignet. Und auch die Entwicklung innerhalb eines Landes bedarf achtsamer Interpretation. Experten schätzen die tatsächliche Fallsterblichkeit – unter Berücksichtigung der Dunkelziffer – auf 0,3 – 1 Prozent. Verlässliche Aussagen über die Sterblichkeitsrate lassen sich erst am Ende der Pandemie treffen.

Was ist bisher passiert?

Seit Montag (30.03.2020) hat die spanische Regierung die geltenden Ausgangssperren verschärft. Alle Arbeitnehmer, die keine lebensnotwendigen Arbeiten verrichten, sollen zu Hause bleiben. Der Lohn werde fortgezahlt und die versäumten Arbeitsstunden später nachgeholt.

Für Spanien gilt eine Ausgangssperre. Die Menschen dürfen ihre Wohnung nur noch verlassen, um dringende Besorgungen zu erledigen. Spanien lässt die Ausgangssperre inzwischen von der Polizei überwachen. Der Wirtschaft will das Land mit einem Rettungspaket von 200 Milliarden Euro helfen.

Die Schulen, Kitas und Hochschulen in Spanien sind geschlossen. Auch Museen und Theater sind geschlossen.


Medizinjournalist


Sebastian () arbeitet seit Jahren für medizinische Onlinemedien. Er engagiert sich ehrenamtlich in BOINC-Projekten zur Krebsforschung. Sebastian ist verheiratet, hat ein Kind und lebt in Berlin.

Nach medizinwissenschaftlichen Standards erstellt und geprüft. [Hinweise]
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